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405 Stunden fielen aus: Abiturient klagt vor Gericht gegen seine Noten

Klassenzimmer mit leeren Schultischen und Stühlen Aktuelle News

Ein Abiturient aus Rheinland-Pfalz klagt wegen massivem Unterrichtsausfall auf bessere Noten.

Weil in den zwei Jahren vor seinen Abiturprüfungen hunderte Schulstunden ersatzlos gestrichen wurden, zieht ein ehemaliger Schüler vor Gericht. Der 20-jährige Elija Walk fordert eine nachträgliche Anhebung seiner Abiturnoten aufgrund der mangelhaften Unterrichtsversorgung.

Die Verwaltungsgerichte in Neustadt an der Weinstraße und Koblenz lehnten seine Eilanträge bereits ab. Nach Ansicht der Richter zählt für die Abschlussnote rein die gezeigte Leistung in der Prüfung – ungeachtet der Bedingungen im Vorfeld. Walk setzt nun auf das Hauptverfahren.

405 Fehlstunden vor den Abiturprüfungen

Der Streitpunkt liegt am Eduard-Spranger-Gymnasium im rheinland-pfälzischen Landau. Dokumente belegen, dass in der gymnasialen Oberstufe 405 von insgesamt 2478 Unterrichtsstunden ersatzlos ausfielen.

Besonders betroffen waren die Leistungskurse in Biologie, Deutsch und Sport. Zeitweise fand dort fast jede zweite Stunde nicht statt. Walk warnt vor den gesellschaftlichen Folgen dieser Zustände: Wenn Unterricht fehle, hänge der Erfolg am Geldbeutel für private Nachhilfe.

405 Stunden fielen aus: Abiturient klagt vor Gericht gegen seine Noten

Behörde verweist auf eigenverantwortliches Lernen

Die zuständige Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) bestreitet die Ausfallzahlen nicht, wies den Widerspruch dennoch zurück. Nach Angaben der Behörde deckt der Lehrplan mit 60 Prozent der Zeit die Pflichtinhalte ab, während 40 Prozent als Puffer dienen. Zudem sei Schülern der Oberstufe eigenverantwortliches Nacharbeiten zuzumuten.

Während offizielle Landesstatistiken für das Gymnasium eine Ausfallquote von lediglich 0,9 Prozent für das Schuljahr 2024/25 ausweisen, verweist das Bildungsministerium auf Vertretungskonzepte wie fachfremde Aufsichten. Neben der Klage hat Walk eine Petition beim Landtag eingereicht und den Landeselternbeirat eingeschaltet.