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4,09 Dollar pro Gallone: Trumps Öl-Deal verpufft vor den Midterms

4,09 Dollar pro Gallone: Trumps Öl-Deal verpufft vor den Midterms Aktuelle News

4,09 Dollar pro Gallone: Trumps Öl-Deal verpufft vor den Midterms

Gut zwei Monate vor den Midterm Elections am 3. November wächst der Druck auf Donald Trump. Die US-Wähler leiden unter der anhaltenden Inflation und hohen Energiekosten.

Um die Stimmung zu drehen, setzte das Weiße Haus auf zwei schnelle Hebel: billiges Geld durch Zinssenkungen der Federal Reserve und günstiges Rohöl aus Venezuela. Doch beide Hoffnungen lösen sich kurzfristig auf.

Fed-Chef Warsh erteilt Zinssenkungen eine Absage

Beim Notenbanktreffen in Jackson Hole stellte Fed-Chef Kevin Warsh klar, dass die Währungshüter keine Wahlkampfhilfe leisten werden. Eine Senkung der Leitzinsen steht vorerst nicht zur Debatte.

Warsh verwies auf eine robuste Gesamtwirtschaft mit stabilen Investitionen und Konsumausgaben. Gleichzeitig bereiten die Verbraucherpreise weiterhin Sorgen: Die von der Notenbank bevorzugte PCE-Inflation liegt bei 3,7 Prozent, auf Jahressicht hochgerechnet sogar bei 4,1 Prozent.

Für eine Zinswende müsse sich die Teuerung verlässlich und zügig dem Zwei-Prozent-Ziel nähern. An den Finanzmärkten wird für September mittlerweile eher über eine Zinserhöhung als über Lockerungen spekuliert. Kredite bleiben damit teuer.

Venezuela-Pakt bringt keine schnelle Entlastung

Nahezu zeitgleich verkündete Trump den Zugriff auf 65 Milliarden Barrel venezolanischer Ölreserven über die Erschließung von 17 Förderfeldern. Washington soll 55 Prozent der Produktion erhalten und Rohöl zu reinen Förderkosten beziehen können.

Geopolitisch gilt das Abkommen als relevanter Schritt, um russischen und chinesischen Einfluss in Südamerika zurückzudrängen. An den US-Zapfsäulen kommt davon vor den Wahlen im November jedoch nichts an.

Marode Infrastruktur bremst die Förderung

Förderanlagen, Pipelines und Verladeterminals in Venezuela sind nach jahrelanger Misswirtschaft in schlechtem Zustand. Die Erschließung und technische Aufbereitung des schweren Rohöls erfordert Milliardeninvestitionen und monatelange Vorläufe.

US-Konzerne agieren zurückhaltend. Der Pakt entfaltet seine Wirkung voraussichtlich erst ab 2027 – für die anstehenden Zwischenwahlen ist er bedeutungslos.

Der Preis für eine Gallone Normalbenzin lag in den USA zuletzt bei 4,09 Dollar, nach 3,21 Dollar im Vorjahr. Diese Differenz schlägt direkt auf Lebensmittel- und Transportpreise durch und heizt die Gesamtinflation weiter an.

Die verbleibenden Optionen: Straße von Hormus und Zölle

Um den Ölpreis unmittelbar zu senken, bliebe Trump vor allem ein außenpolitischer Schritt: eine Deeskalation im Konflikt mit dem Iran. Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen vor sechs Monaten ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus massiv gestört.

Eine Entspannung der Lage im Persischen Golf oder eine Waffenruhe könnte die weltweiten Ölnotierungen binnen Tagen nach unten drücken. Dies würde allerdings Zugeständnisse an Teheran oder Lockerungen bestehender Sanktionen erfordern.

Der zweite direkte Hebel liegt in der Handelspolitik. Eine Aussetzung oder Rücknahme von Importzöllen würde Vorprodukte und Konsumgüter sofort verbilligen und Unternehmen entlasten. Da Trump Zölle stets als zentrales Instrument seiner Wirtschaftspolitik verteidigt, käme ein solches Moratorium einem politischen Kurswechsel gleich.