42 von 52 Dosen belastet: ÖKO-TEST findet Industriechemikalie BPA vor allem in Maggi-Ravioli
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Geöffnete Konservendose mit Lebensmitteln.
Konserven gelten als unkomplizierte Vorratslösung für den Alltag. Eine Laboranalyse von ÖKO-TEST zeigt nun jedoch, dass viele Fertiggerichte und Konservengemüse weiterhin mit hormonell wirksamen Industriechemikalien belastet sind.
Die Tester untersuchten insgesamt 52 Konservenprodukte auf Bisphenol A (BPA) sowie verwandte Verbindungen wie Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF). Das Ergebnis: Bei 42 Produkten stuften die Experten die gemessenen Werte als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Lediglich sechs Dosen waren gar nicht oder nur minimal belastet.
Maggi Ravioli fallen im Test besonders negativ auf
Das schlechteste Gesamtergebnis verzeichneten die Maggi Ravioli in Tomatensauce. Laut Laborbericht ist die BPA-Konzentration in diesem Fertiggericht so massiv, dass bereits der Verzehr einer einzigen Portion die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) festgelegte tolerierbare Tagesdosis um ein Vielfaches übersteigt.
Auch andere bekannte Produkte schnitten schwach ab:
- Speisezeit Linseneintopf von Aldi Süd
- Mehrere Konserven mit Erbsen und Möhren
- Verschiedene Dosenananassorten
- Einzelne Heringsfilets und Dosen-Softdrinks
In etlichen Proben wies das Labor neben Bisphenol A auch die Ersatzstoffe BPS oder BPF in erhöhten Mengen nach.
Einzelne Dosen bleiben völlig rückstandsfrei
Trotz der breiten Belastung gab es Ausnahmen. Bei wenigen Produkten konnten die Analytiker keinerlei Bisphenole nachweisen. Dazu zählt unter anderem der Bio Primo Linseneintopf rustikal von dm.

Lackschichten als Ursache für Chemikalien im Essen
Bisphenole gelangen in der Regel über die Schutzlacke in die Lebensmittel, die das Dosenblech vor Korrosion durch Säuren und Feuchtigkeit schützen sollen. Bisphenol A kann den menschlichen Hormonhaushalt stören, weshalb die EFSA die tolerierbare Aufnahmemenge 2023 drastisch herabgesetzt hat.
Seit Anfang 2025 greift in der EU ein Verbot für den bewussten Einsatz von BPA in Lebensmittelverpackungen. Für Konserven gelten jedoch Übergangsfristen, weshalb belastete Restbestände oder Chargen mit alten Beschichtungen noch in den Supermarktregalen stehen.
ÖKO-TEST weist zudem darauf hin, dass viele Hersteller zwar bereits Innenbeschichtungen ohne BPA (BPA-NI) einsetzen, die Außenlacke der Dosen jedoch weiterhin Bisphenole enthalten können. Über Produktions- und Abfüllprozesse können diese Stoffe dennoch ins Doseninnere gelangen.
Vorsorgemaßnahmen für den Umgang mit Dosenware
Nahaufnahme einer geöffneten Konservendose mit Baked Beans
Ein akutes Gesundheitsrisiko besteht durch den gelegentlichen Verzehr einer Konserve nicht. Wer die Gesamtaufnahme von Bisphenolen im Alltag reduzieren möchte, kann einfache Verhaltensregeln beachten:
- Regelmäßigen Konsum drosseln: Stark verarbeitete Dosengerichte nicht täglich auf den Speiseplan setzen, sondern vermehrt frische oder tiefgekühlte Zutaten nutzen.
- Reste sofort umfüllen: Geöffnete Konserven niemals in der Metalldose im Kühlschrank lagern. Reste gehören in Glas- oder Keramikgefäße.
- Auf Glasverpackungen ausweichen: Produkte wie Hülsenfrüchte oder Tomaten sind häufig auch in Schraubgläsern erhältlich.

