42 von 52 Konserven belastet: ÖKO-TEST findet Bisphenol A in Maggi-Ravioli
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Nahaufnahme einer geöffneten Konservendose mit Bohnen.
Konserven gelten als unkomplizierte Vorratsretter im Alltag. Eine Untersuchung von ÖKO-TEST zeigt jedoch ein gravierendes Problem: Zahlreiche Lebensmittel aus Dosen sind nach wie vor mit Industriechemikalien wie Bisphenol A (BPA) sowie Bisphenol S (BPS) und Bisphenol F (BPF) belastet.
Das Verbrauchermagazin ließ für die Ausgabe 09/2026 insgesamt 52 Konservenprodukte im Labor analysieren. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: In 42 Produkten stuften die Tester die Belastung als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Lediglich sechs Proben wiesen keine oder nur sehr geringe Spuren der Chemikalien auf.
Maggi-Klassiker fällt im Labortest durch
Besonders negativ stachen die Maggi Ravioli in Tomatensauce hervor. Laut dem Testbericht ist der Gehalt an Bisphenol A in diesem Produkt so massiv, dass bereits eine einzige Portion die tolerierbare Tagesdosis der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) um ein Vielfaches übersteigt.
Neben dem Ravioli-Klassiker schnitten weitere bekannte Produkte schlecht ab:
- Speisezeit Linseneintopf von Aldi Süd
- Verschiedene Gemüsekonserven mit Erbsen und Möhren
- Mehrere Fabrikate von Dosenananas
- Einzelne Heringsfilet-Konserven und Softdrinks
In etlichen Proben wiesen die Labore neben BPA auch erhöhte Konzentrationen der verwandten Substanzen BPS und BPF nach.
Gefahr für den Hormonhaushalt
Bisphenole stehen unter dem begründeten Verdacht, hormonell wirksam zu sein und das endokrine System zu stören. Die EFSA senkte den Richtwert für die gesundheitlich unbedenkliche tägliche Aufnahmemenge von BPA im Jahr 2023 drastisch ab.

EU-Verbot und Übergangsfristen
Seit Anfang 2025 ist der gezielte Einsatz von BPA in Lebensmittelkontaktmaterialien in der Europäischen Union prinzipiell untersagt. Für Konservendosen gelten allerdings noch Übergangsregelungen, weshalb betroffene Chargen weiterhin legal in den Supermarktregalen stehen.
Die Schadstoffe stammen primär aus den Schutzbeschichtungen der Dosen, die das Metall vor Korrosion bewahren sollen. Während viele Hersteller die Innenlacke bereits auf Alternativen umgestellt haben, enthalten die Außenbeschichtungen häufig noch Bisphenole, die während der Produktion und Erhitzung in das Lebensmittel wandern können.
Nahaufnahme einer geöffneten Konservendose mit Baked Beans
Saubere Alternativen und Empfehlungen
Dass es ohne Schadstoffe geht, beweisen vereinzelte Produkte im Testfeld. Im Bio Primo Linseneintopf rustikal von dm waren weder BPA noch BPS oder BPF nachweisbar.
Verbraucher können die eigene Schadstoffaufnahme durch einfache Maßnahmen spürbar reduzieren:
- Konsum verringern: Dosenlebensmittel sollten nicht als tägliche Hauptmahlzeit dienen.
- Reste sofort umfüllen: Angebrochene Konserven niemals in der Originaldose kühlen, sondern direkt in Glas- oder Keramikgefäße umfüllen.
- Verpackung wechseln: Bei Produkten wie Tomaten, Linsen oder Erbsen bieten Gläser oder Tiefkühlware eine unbelastete Alternative.

