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4,21 Milliarden Zahlungen: Girocard bricht Rekord und greift ab 2027 Kreditkarten an

Girocard-Logo an einer Bankfiliale Aktuelle News

Das Girocard-Symbol an deutschen Banken und Bezahlterminals.

Die Girocard baut ihre Vormachtstellung im deutschen Zahlungsverkehr weiter aus und verzeichnet neue Höchststände. Gleichzeitig bereiten die Betreiber technische Erweiterungen vor, die das System künftig in traditionelle Domänen der Kreditkarte bringen sollen.

Im ersten Halbjahr verbuchte die Girocard rund 4,21 Milliarden Transaktionen. Das entspricht einem Zuwachs von vier Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie Euro Kartensysteme meldet.

Girocard Schild an einer Bankfiliale
Girocard-Schild an einer Bankfiliale.

Das gesamte Zahlungsvolumen stieg parallel dazu von 150,7 Milliarden auf 151,9 Milliarden Euro. Im Gesamtjahr 2025 wurden laut Branchenangaben insgesamt 8,3 Milliarden Bezahlvorgänge über das System abgewickelt.

Kontaktlos-Boom und kleinere Einkaufsbeträge

Der Trend zum kontaktlosen Bezahlen setzt sich unvermindert fort. Im Juni erfolgten 92 Prozent aller Transaktionen ohne Einstecken der Karte, zunehmend gesteuert über Smartphones oder Smartwatches.

Gleichzeitig sank der durchschnittliche Zahlungsbetrag an den Kassen auf 36,12 Euro. Der Rückgang zeigt, dass Verbraucher die Karte immer häufiger für Kleinstbeträge beim Bäcker, am Kiosk oder an Verkaufsautomaten nutzen.

Mit rund 100 Millionen ausgegebenen Karten und knapp 1,4 Millionen Terminals im Bundesgebiet bleibt die Girocard die am weitesten verbreitete bargeldlose Zahlungsmethode in Deutschland.

Angriff auf das Kreditkarten-Monopol

Für die kommenden Jahre plant das System fundamentale Neuerungen, um bisherige Schwachstellen im Vergleich zu Anbietern wie Visa oder Mastercard zu schließen.

Voraussichtlich ab Frühjahr 2027 soll die Girocard für In-App-Zahlungen freigeschaltet werden. Nutzer können damit direkt in Händler-Apps bezahlen, ohne auf andere Bezahldienste ausweichen zu müssen.

Kautionsgarantie für Reisen und Mietwagen

Ein weiterer wichtiger Schritt betrifft das Buchungs- und Reisegeschäft. Bisher verlangten Autovermieter und Hotelketten fast durchgehend Kreditkarten, um Kautionen und Sicherheitsleistungen zu blockieren.

Laut Christopher Kirsch, Direktor Produktentwicklung bei Euro Kartensysteme, soll die Girocard künftig mit einer entsprechenden Kautionsfunktion ausgestattet werden. Damit könnte das deutsche Debitkartensystem erstmals vollwertig für Reservierungen und Mietwagenbuchungen genutzt werden.

Ob internationale Reisekonzerne und Plattformen die neue Funktion flächendeckend akzeptieren werden, hängt von den kommenden Kooperationsvereinbarungen der Bankenbranche ab.