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453 Millionen Euro und 4.000 Soldaten: Island debattiert erstmals über eigene Armee

Eine belgische F-16. (Symbolbild) Aktuelle News

Ein belgischer F-16-Kampfjet zur Luftraumüberwachung.

Island ist das einzige Mitglied der Nato ohne eigenes Heer, eigene Marine oder Luftwaffe. Angesichts zunehmender russischer U-Boot-Aktivitäten und der wachsenden geopolitischen Bedeutung der Arktis wird auf der Insel nun über den Aufbau einer eigenen Streitmacht verhandelt.

4.000 Soldaten und Mobilisierungsplan: Die Pläne der Initiative

Laut einem Bericht der italienischen Zeitung „Il Messaggero“ fordert die Bewegung „Wächter Islands“ die Aufstellung nationaler Verteidigungskräfte. Das Konzept sieht 2.000 Soldaten im aktiven Dienst sowie 2.000 Reservisten vor.

Im Angriffsfall soll die Truppe feindliche Vorstöße so lange aufhalten, bis Nato-Verbündete eintreffen. Bei einer extremen Bedrohungslage ist eine Mobilisierung von bis zu 40.000 Bürgern angedacht – das entspricht etwa jedem zehnten Einwohner des Landes.

Freiwilligenmodell statt Wehrpflicht

Die Initiatoren setzen auf eine professionelle Ausbildung und feste Entlohnung statt auf eine allgemeine Wehrpflicht. Die geschätzten Kosten von rund 453 Millionen Euro sollen durch Umschichtungen im isländischen Staatshaushalt gedeckt werden.

Eine belgische F-16. (Symbolbild)
Eine belgische F-16 im Flug.

Nato sichert Luftraum über Keflavik

Bislang vertraut Island vollständig auf die Sicherheitsgarantien des Bündnisses und ein bilaterales Verteidigungsabkommen mit den USA aus dem Jahr 1951. Wie der britische „Telegraph“ berichtet, haben belgische F-16-Kampfjets auf dem Stützpunkt Keflavik die Luftverteidigung für einen Monat übernommen.

453 Millionen Euro und 4.000 Soldaten: Island debattiert erstmals über eigene Armee

Glenn Hanssen, Kommandeur der zuständigen Einheit, erklärte, dass der Einsatz die Luftverteidigung im hohen Norden gezielt stärke und zur kollektiven Sicherheit beitrage.

Strategischer Knotenpunkt im Nordatlantik

Die geografische Lage Islands zwischen Grönland, Großbritannien und dem europäischen Festland ist für die Seeraumüberwachung entscheidend. Durch diese Passage verlaufen vitale Routen für Handelsschiffe, U-Boote und militärischen Nachschub.

Mit dem Rückgang des arktischen Eises öffnen sich neue Schifffahrtswege, wodurch die Arktisregion zunehmend in den Fokus internationaler Machtinteressen rückt.