5 bis 25 kW pro Modul: Neues Mini-Kraftwerk erzeugt Strom direkt in Kanälen
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Ein kassettenartiges Turbinenmodul zur Stromerzeugung in fließenden Wasserwegen.
Klassische Wasserkraft erfordert fast immer massive Eingriffe in die Natur: Dämme werden aufgeschüttet, Flussläufe aufgestaut und Ökosysteme verändert. Ein deutsch-amerikanisches Entwicklerteam umgeht diesen Konflikt, indem es künstliche Wasserstraßen und Kanäle zur Stromerzeugung nutzt.
Das Konzept stammt von Emily Morris aus den USA und dem deutschen Professor Thorsten Stoesser. Für ihre Entwicklung steht das Duo im Finale des Europäischen Erfinderpreises 2026 in der Kategorie „Nicht-EPO-Staaten“.
Wie die Strömung künstlich beschleunigt wird
Das System wird direkt in bestehende künstliche Wasserwege eingesetzt, ohne dass bauliche Großprojekte nötig sind. Den Kern bildet eine sogenannte Hydro Transition Unit.
Dieses Bauteil verengt den Strömungsquerschnitt im Kanal gezielt. Durch den Düseneffekt strömt das Wasser mit deutlich höherer Geschwindigkeit durch die Turbinen, wodurch die Anlage selbst bei langsam fließenden oder flachen Gewässern Strom liefert.
Darrieus-Rotoren für flaches Wasser
In den Modulen arbeiten paarweise angeordnete Darrieus-Rotoren mit vertikaler Drehachse. Diese Bauform arbeitet auch bei stark schwankenden Pegelständen stabil.
Ein einzelnes Modul erzeugt je nach Strömungsverhältnissen eine Leistung von 5 bis 25 Kilowatt. Entlang eines Kanals können mehrere Einheiten modular aneinandergereiht werden.

Wartung bei laufendem Betrieb
Die gesamte Einheit ist kassettenartig aufgebaut. Einzelne Baugruppen lassen sich für Wartungsarbeiten oder Reparaturen nach oben herausziehen, ohne dass der Kanal trockengelegt oder der Wasserfluss gestoppt werden muss.
Die Technologie ist nicht für private Haushalte gedacht, sondern für Betreiber von Bewässerungsnetzen, Kläranlagen, Kühlwasserkanälen oder Wasserwerken. Dort fließt Wasser bereits durch bestehende Betonrinnen.
Potenzial für bestehende Wasserinfrastruktur
In Deutschland spielt die Wasserkraft im Strommix laut Daten des Umweltbundesamts eine untergeordnete Rolle. Neue Standorte an natürlichen Flüssen scheitern meist an strengen Umweltauflagen und fehlenden Flächen.
Zwar ersetzen die kompakten Kanal-Turbinen keine großen Windparks, sie verwandeln jedoch vorhandene, versiegelte Industrie-Wasserwege in dezentrale Kleinkraftwerke.
