5 Liter Wasser, 500 g Buttermilch: Gärtnermeister verrät Rezept gegen Blattläuse
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Gärtnermeister Thorsten König setzt im Garten auf biologische Abwehrmittel statt Chemie.
Trockenheit und Hitze setzen Gartenpflanzen massiv zu. Gerät ein Gewächs unter Stress, sondert es an der Oberfläche feine Zuckerperlen ab – ein Signal, das Blattläuse über weite Distanzen anlockt.
Thorsten König, Gärtnermeister aus Herdecke und Experte des Landesverbands Gartenbau NRW, rät deshalb von chemischen Pflanzenschutzmitteln ab. Stattdessen setzt er auf Feuchtigkeit und eine simple Mischung aus zwei alltäglichen Zutaten.
Blick auf Thorsten König im Garten zwischen Tomatenpflanzen.
Buttermilch-Spritzmittel gegen Schädlinge und Pilze
Bei leichtem Befall reicht oft das gezielte Abduschen der Triebe mit klarem Wasser. Um einen erneuten Befall langfristig zu verhindern, nutzt König jedoch saure Milchprodukte. Der säuerliche Geruch neutralisiert die süße Duftspur, die Schädlinge anzieht.
Für den dauerhaften Schutz verwendet der Fachmann eine selbst hergestellte Spritzbrühe:
- 500 Gramm Buttermilch durch ein feines Sieb geben, um grobe Schwebstoffe abzufangen.
- Die gefilterte Flüssigkeit mit fünf Litern Wasser gründlich vermengen.
- Ein handelsübliches Päckchen Backpulver einrühren.
- Die Mischung mit einer Sprühflasche deckend auf die befallenen Pflanzenteile auftragen.
Die Kombination legt sich wie eine Schutzschicht über Blätter und Stängel. Die Milchsäure stärkt dabei die Zellstruktur der Pflanze, während das Backpulver zusätzlich Pilzsporen von Mehltau auflöst.
Blick in den Gastraum des Betriebs von Thorsten König.
Ablenkung durch Wildkräuter im Beet
König beliefert mit seiner Gärtnerei und Gastronomie unter anderem Spitzenrestaurants sowie das Schloss Bellevue. In seinen Beeten verfolgt er ein biologisches Gesamtkonzept, bei dem Beikräuter gezielt stehen bleiben.
Schädlinge gezielt umleiten
Pflanzen wie Brennnesseln dienen Schadinsekten bewusst als primäre Nahrungsquelle. Indem den Tieren gezielt Ausweichmöglichkeiten geboten werden, bleiben empfindliche Nutzpflanzen wie Salate weitgehend verschont.
Blühender wilder Basilikum wächst zwischen Rhabarberpflanzen.
Künstliche Nisthilfen und Insektenhotels hält der Gärtnermeister in überhitzten Gärten für wenig wirksam, solange Nahrung und Schatten fehlen. Offene Blühstreifen und schattenspendende Gehölze sind für ein funktionierendes Ökosystem im Garten entscheidend.



