50-Millionen-Gewinner zahlen jährlich 80.000 Euro für Schule und Kantine
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Die Schule Louis Pasteur in Saint-Michel wird seit über einem Jahrzehnt von Lottogewinnern gefördert.
Ein anonymer Lottogewinn verändert seit 2009 das Leben einer gesamten Gemeinde. Nachdem ein Paar damals 50 Millionen Euro bei den „EuroMillions“ abräumte, fließt seither Jahr für Jahr eine feste Summe von 80.000 Euro an die Schule des französischen Ortes Saint-Michel im Département Charente.
Sanierung der Schulkantine statt laufender Essenskosten
Bislang deckten die 80.000 Euro pro Jahr direkt das Kantinenessen der Schüler ab. Nun wird das Geld für bauliche Maßnahmen an der Grundschule École primaire Louis Pasteur umgewidmet.
Wie das Portal „Ici“ berichtet, erhält das renovierungsbedürftige Gebäude durch die Millionenspende einen verbesserten Schallschutz sowie eine moderne Klimaanlage.
Der Schulkomplex Louis-Pasteur in Saint-Michel erhält Spenden für die Sanierung.
„Das ist eine große Hilfe, denn die Kantine der Grundschule ist dringend renovierungsbedürftig“, erklärt Sandrine Pelletier. Sie besuchte die Schule vor 40 Jahren selbst und arbeitet dort heute als Hausmeisterin.
Bürgermeisterin Fabienne Godichaud hob die Bedeutung des Engagements für die Kommune hervor: Eine derartige finanzielle Unterstützung über viele Jahre hinweg sei ein seltenes Geschenk für eine Gemeinde dieser Größe.

300 Euro Ersparnis pro Schulkind im Jahr
Die Unterstützung begann unmittelbar nach dem Millionengewinn im Herbst 2009. Das Paar finanzierte zunächst allgemeine Infrastrukturprojekte im Ort und übernahm schließlich die Kosten für das Schulessen aller Kinder.
Für die Familien bedeutete dies eine direkte finanzielle Entlastung von durchschnittlich rund 300 Euro pro Kind und Schuljahr. Parallel dazu ermöglichte das Budget den Umstieg auf wöchentliche Bio-Menüs und kostenloses Obst in den Pausen.
Durch die Spenden erhielten die Schulkinder frisches Obst und Bio-Menüs.
Hintergrund: Ganztagsschulen im französischen System
Das Schulsystem in Frankreich unterscheidet sich strukturell von vielen anderen europäischen Modellen. Kinder durchlaufen die École primaire (Grundschule, ca. 3 bis 11 Jahre), das Collège (Mittelstufe, 11 bis 15 Jahre) und das Lycée (Gymnasium, 15 bis 18 Jahre).
Der Unterricht findet zentral geregelt meist von 8:30 bis 16:30 Uhr statt. Durch den verpflichtenden Ganztagsbetrieb kommt der Schulkantine und einem warmen Mittagessen vor Ort eine zentrale Rolle im Alltag zu. Die Leistungsbewertung erfolgt auf einer Skala von 0 bis 20 Punkten, wobei mindestens 10 Punkte zum Bestehen erforderlich sind.


