55-Prozent-Anteil an 17 Feldern: Trumps Venezuela-Öldeal federt Folgen des Iran-Kriegs kaum ab
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Donald Trump setzt auf venezolanisches Rohöl, um die Inflation an den US-Zapfsäulen zu dämpfen.
Milliarden-Deal im Schatten der Maduro-Absetzung
Die US-Regierung hat mit Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez ein weitreichendes Rohstoffabkommen geschlossen. Der Plan sieht vor, dass sich die USA Zugriff auf erhebliche Teile der weltgrößten Erdölreserven sichern. Donald Trump bezeichnete die Vereinbarung als den „größten Öl-Deal der Welt“.
Gemeinsam mit dem privaten Unternehmen North American Blue Energy Partners (NABEP) mit Sitz auf Barbados sollen 17 Ölfelder erschlossen werden. Den Vereinigten Staaten stehen laut Vereinbarung 55 Prozent der Fördermenge zu. NABEP beabsichtigt, mit bis zu fünf Milliarden US-Dollar Fremdkapital die Produktion binnen fünf Jahren auf eine Million Barrel pro Tag anzuheben.
Das Vorgehen bricht mit der US-Tradition, da Washington anders als andere Förderstaaten keine staatliche Ölgesellschaft besitzt. Stattdessen greift das Pentagon über sein Office of Strategic Capital direkt ein, um das Vorhaben finanziell abzusichern. Zudem erhält die Regierung Optionen auf Unternehmensanteile.
Politische Risiken und gravierende Verzögerungen
Das Vorhaben birgt erhebliche politische und personelle Risiken. Die Interimsregierung unter Rodríguez verfügt über kein direktes Wählermandat, sondern gelangte erst nach dem US-gestützten Zugriff auf Nicolás Maduro ins Amt. Ohne die Bürgschaft des US-Steuerzahlers fand sich kaum privates Risikokapital.
Zudem steht NABEP-Chef Alejandro Betancourt im Fokus von Korruptionsermittlungen in Zürich, auch wenn bislang keine offizielle Anklage vorliegt. Medienberichten zufolge half die US-Regierung aktiv dabei, den Vertrag trotz dieser Vorwürfe zu finalisieren.
Warum der globale Markt den Tankstellenpreis bestimmt
Für die US-Verbraucher bringt der Vertrag keine schnelle Entlastung. Viele der vereinbarten Förderstätten sind technisch veraltet oder unerschlossen, sodass spürbare Mengen erst in Jahren fließen werden. Venezuela fördert derzeit rund eine Million Barrel pro Tag – lediglich etwa ein Prozent des weltweiten Angebots.

Die Treibstoffpreise in den USA liegen mehr als einen Dollar pro Gallone über dem Vorjahresniveau. Da Treibstoffpreise am Weltmarkt gebildet werden, kann auch ein US-Zugriff auf venezolanisches Rohöl kurzfristige Preisschocks nicht neutralisieren.
Der Iran-Konflikt treibt die Rohstoffpreise
Haupttreiber der Teuerung bleibt die militärische Eskalation im Nahen Osten. Nach neuen Gefechten in der Straße von Hormus und iranischen Raketenangriffen auf zwei US-Stützpunkte in Jordanien kletterte der Preis für Brent-Rohöl wieder über 90 US-Dollar je Barrel. Die US-Sorte WTI notiert bei rund 86 US-Dollar.
Gleichzeitig offenbart ein interner Bericht der US-Militärführung massive Engpässe. Hochrangige Generäle warnten Verteidigungsminister Pete Hegseth davor, dass der Einsatz die Verteidigungsfähigkeit der gesamten Streitkräfte überstrapaziere.
Ressourcen aus Europa, dem Pazifik und dem Regionalkommando Süd mussten in den Mittleren Osten abgezogen werden. Nach Angaben der Marineleitung ist derzeit nur noch etwa ein Viertel der US-Zerstörerflotte voll einsatzbereit. Zudem verzeichnen die Streitkräfte erhebliche Verluste an Reaper-Drohnen sowie schrumpfende Bestände an Patriot-, THAAD- und Tomahawk-Raketen.
Parallel dazu deuten Satellitenbilder darauf hin, dass Teheran bereits mit dem Wiederaufbau beschädigter Atomanlagen begonnen hat. Der militärische Druck bindet erhebliche Truppenkontingente, während die wirtschaftlichen Folgen der Energiepreise die politische Führung im Vorfeld der US-Kongresswahlen belasten.
