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5,9 Tonnen Müll pro Tag: Stand-up-Paddler finden sieben Kühlboxen auf einem Rheinkilometer

5,9 Tonnen Müll pro Tag: Stand-up-Paddler finden sieben Kühlboxen auf einem Rheinkilometer Aktuelle News

5,9 Tonnen Müll pro Tag: Stand-up-Paddler finden sieben Kühlboxen auf einem Rheinkilometer

Auf dem Stand-up-Paddle-Board den Rhein hinabzupaddeln, bedeutet für Uwe Franken und Judith Mörschel weit mehr als reinen Wassersport. Der 57-jährige Flussbeauftragte der Initiative RhineCleanUp nutzt die mehrtägigen Touren, um Müll aus dem Wasser zu ziehen und auf die Verschmutzung der Gewässer aufmerksam zu machen.

Nach Etappen von Mannheim nach Andernach und im Folgejahr bis Düsseldorf führte die diesjährige Route von Düsseldorf bis nach Emmerich kurz vor die niederländische Grenze. Dabei machten die Paddler Entdeckungen, die das Ausmaß des Müllproblems drastisch vor Augen führen.

Sieben Kühlboxen auf nur einem Rheinkilometer

Während abgelegene Uferzonen oft sauber blieben, sammelte sich der Unrat vor allem in dicht besiedelten Gebieten. Ein Fund kurz vor Wesel stach dabei besonders hervor: Auf einer Strecke von nur etwa einem Kilometer lagen sieben große Kühlboxen im und am Wasser.

Neben den Kühlboxen bargen Franken und seine Begleiterin an dieser Stelle Teile eines Campingstuhls, einen Gartenschlauch, diverses Kinderspielzeug und zahlreiche Verpackungen.


Flusslandschaft an der Rastatter Murg.

53.000 Müllteile passieren täglich Köln

Messungen der schwimmenden Müllfalle „Rheinkrake“ bei Köln belegen die Dimension der Verschmutzung. Täglich treiben rund 53.000 Müllteile an der Domstadt vorbei – das entspricht einem täglichen Müllgewicht von circa 5,9 Tonnen auf dem Weg in die Nordsee.

Der Großteil dieses Unrats stammt nicht aus der Industrie, sondern aus dem Alltagsverbrauch. PET-Flaschen, Kaffeebecher, Chipstüten und Einwegbesteck gelangen über Bäche und Ufer in den Hauptstrom.

Durch Strömung, Wellenschlag und Schiffsschrauben werden die Plastikteile mit der Zeit mechanisch zerkleinert. Was als Einwegbecher in den Fluss geworfen wird, erreicht oft Wochen später als gefährliches Mikroplastik das offene Meer.

Niedrigwasser und starker Frachtverkehr

Die Flussreise verlangte den Sportlern einiges ab. Wegen des anhaltenden Niedrigwassers waren bestimmte Uferabschnitte kaum wie gewohnt passierbar.

Zudem erfordert der Rhein mit zunehmender Breite durch starke Strömungen, Verwirbelungen und die dichte Berufsschifffahrt mit großen Schubverbänden erhebliche Erfahrung auf dem Board.

Aktionstag RhineCleanUp am 12. September

Die Initiative RhineCleanUp wurde 2018 ins Leben gerufen, um die Ufer des Rheins von der Quelle bis zur Mündung an einem einzigen Tag zu säubern. Am 12. September findet der nächste große Aktionstag statt, an dem sich Freiwillige in Städten wie Mannheim, Heidelberg, Karlsruhe oder Philippsburg beteiligen können.

Für die kommenden Touren zieht Franken neben der Fortsetzung der Rhein-Route bis zur Nordsee auch eine mehrtägige Clean-up-Fahrt auf der Elbe in Betracht.