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5G-Symbol im Display: Warum LTE oft schneller lädt als das neue Netz

Smartphone zeigt 5G- und LTE-Empfangsanzeige auf dem Display Aktuelle News

Das 5G-Symbol auf dem Smartphone garantiert nicht automatisch maximale Datenraten im Alltag.

Auf dem Smartphone leuchtet das 5G-Symbol auf, doch Webseiten laden nur schleppend und Videos buffern endlos. Wer in den Einstellungen manuell auf 4G beziehungsweise LTE umstellt, stellt oft fest: Die Daten fließen plötzlich deutlich schneller.

Dieses Phänomen deutet weder auf einen Gerätedefekt noch auf eine falsche Statusanzeige hin. Das Netzkürzel auf dem Bildschirm signalisiert lediglich den Verbindungstyp, sagt jedoch nichts über die real nutzbare Bandbreite aus.

Frequenzbereiche bestimmen die tatsächliche Geschwindigkeit

5G nutzt je nach Standort völlig unterschiedliche Frequenzbänder. Niedrige Frequenzen bieten eine hohe Reichweite und durchdringen Gebäude effektiv, stellen jedoch nur begrenzte Datenraten bereit.

Hohe Frequenzbereiche liefern enorme Bandbreiten, reagieren aber extrem empfindlich auf Distanzen und physische Hindernisse. Ein Smartphone kann folglich stabil mit einer 5G-Zelle verbunden sein, ohne dass nennenswerte Geschwindigkeiten ankommen.

Carrier Aggregation macht LTE oft überlegen

Moderne 4G-Netze bündeln über Carrier Aggregation häufig mehrere Frequenzbänder gleichzeitig. Unter realen Bedingungen erzielt ein ausgereiftes LTE-Netz so oft höhere Datenraten als eine schwach angebundene 5G-Funkzelle auf niedrigen Frequenzen.

Überlastete Funkzellen an Bahnhöfen und in Stadien

Mobilfunk ist ein geteiltes Medium. Sämtliche Smartphones in einer Zelle teilen sich die verfügbare Gesamtkapazität.

5G-Symbol im Display: Warum LTE oft schneller lädt als das neue Netz

An stark frequentierten Orten wie Fußballstadien, Konzertsälen oder Bahnhöfen bricht der Datendurchsatz bei Überlastung massiv ein. Greifen Hunderte Nutzer gleichzeitig auf denselben 5G-Kanal zu, kann das weniger beanspruchte 4G-Netz deutlich performanter reagieren.

Wandstärke und Wärmeschutz dämpfen das Funksignal

Stahlbeton, Dämmstoffe und moderne Wärmeschutzverglasungen schwächen hochfrequente Mobilfunksignale spürbar ab. Draußen steht dadurch schnelles 5G bereit, während wenige Schritte weiter im Innenraum kaum noch Daten fließen.

Die Bundesnetzagentur betont regelmäßig, dass Messungen im Freien keine direkten Rückschlüsse auf die Signalstärke in Gebäuden zulassen. Häufig genügt bereits der Schritt ans Fenster, um die Übertragungsrate zu stabilisieren.

Geschwindigkeit prüfen und Verbindung optimieren

Wer wissen möchte, welcher Standard am eigenen Standort besser funktioniert, kann dies mit zwei aufeinanderfolgenden Speedtests überprüfen: einmal unter 5G und unmittelbar danach im 4G/LTE-Modus.

  • Flugmodus schalten: Ein kurzer Wechsel in den Flugmodus erzwingt die Neueinwahl in den optimalen Funkmast.
  • VPN-Dienst prüfen: Ein aktives virtuelles privates Netzwerk drosselt mitunter die gemessene Bandbreite.
  • Tageszeiten vergleichen: Schwankungen zwischen Vormittag und Abend zeigen eine temporäre Überlastung der Funkzelle an.
  • Netzabdeckung abgleichen: Die offizielle Mobilfunkkarte der Bundesnetzagentur zeigt Ausbaulücken im jeweiligen Gebiet.

Modem, Antennendesign und Frequenzunterstützung variieren je nach Smartphone-Modell. Liefert LTE an häufig genutzten Orten stabilere Übertragungsraten, empfiehlt sich die dauerhafte Deaktivierung von 5G in den Systemeinstellungen des Geräts.