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60 Prozent Preisunterschied: Aldi-Eis für 1,89 Euro schlägt Mövenpick im Rezeptur-Check

Eiscreme wird mit einem Werkzeug aus der Verpackung geholt Aktuelle News

Eiscreme wird mit einem Werkzeug aus der Verpackung geholt.

Der Griff zum vertrauten Markenprodukt im Supermarkt geschieht oft automatisch. Doch ein genauer Blick auf die Eistruhen im Handel zeigt: Bekannte Markennamen garantieren keineswegs höherwertige Zutaten, treiben dafür aber den Preis massiv in die Höhe.

Gleicher Hersteller, 60 Prozent Preisunterschied

Die Eisschale „Bourbon Vanille“ von Mövenpick (850 Milliliter) kostet bei Aldi Süd 3,99 Euro. Umgerechnet ergibt das einen Literpreis von 4,69 Euro.

Direkt daneben steht die Aldi-Eigenmarke „Mucci Bourbon-Vanille“ für 1,89 Euro pro Liter. Das Markenprodukt ist somit rund 60 Prozent teurer.

Hinter beiden Eissorten steht derselbe Produzent: die Froneri Ice Cream Deutschland GmbH aus Osnabrück. Das Unternehmen entstand 2016 als Gemeinschaftsunternehmen von Nestlé und PAI Partners und produziert neben Mövenpick auch Lizenzmarken wie Milka und Oreo sowie diverse Handelsmarken.

Zutaten-Vergleich: Discounter überholt die Premium-Marke

Die Grundrezepturen beider Produkte sind nahezu identisch. Beide setzen auf entrahmte Milch, Molkenerzeugnis, Glukosesirup, Kokosfett sowie dieselben Emulgatoren und Verdickungsmittel.

Weder Mövenpick noch Mucci enthalten teurere Rohstoffe wie frische Sahne oder Eigelb.

Bessere Aromen und Farbstoffe bei der Eigenmarke

Bei den Feinheiten der Zutatenliste schneidet das Discounter-Eis sogar besser ab. Mövenpick nutzt zur Farbgebung den deklarierungspflichtigen Zusatzstoff „Farbstoff (Carotin)“ und setzt auf „natürliches Bourbon-Vanillearoma“.

60 Prozent Preisunterschied: Aldi-Eis für 1,89 Euro schlägt Mövenpick im Rezeptur-Check

Aldis Eigenmarke Mucci verzichtet auf den künstlichen Farbstoffzusatz und verwendet stattdessen natürliches Karottenkonzentrat. Zudem nutzt die Discounter-Variante echten Bourbon-Vanilleextrakt und gemahlene Vanilleschoten.

Eisvreme wird mit einem Werkzeug aus der Verpackung geholt.
Eiscreme wird mit einem Werkzeug aus der Verpackung geholt.

Tricks bei der Kennzeichnung im Kühlregal

Aufschluss über die Qualität gibt die rechtliche Verkehrsbezeichnung über der Zutatenliste. „Eiscreme“ muss mindestens zehn Prozent Milchfett enthalten, „Milcheis“ mindestens 70 Prozent Milch und „Sahneeis“ mindestens 18 Prozent Milchfett aus Sahne.

Steht auf der Verpackung lediglich die Bezeichnung „Eis“, dürfen Hersteller das teurere Milchfett legal durch günstiges Pflanzenfett wie Kokosfett ersetzen. Sowohl Mövenpick als auch die Aldi-Eigenmarke nutzen diese Einstufung.

Produktionsstrukturen bei Lidl, Kaufland und Co.

Nicht jeder Discounter bezieht seine Ware von externen Konzernen wie Froneri. Die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland betreibt für ihre Eigenmarken eigene Eisfabriken.

Andere Handelsketten wie Penny oder Teile von Aldi Süd greifen auf spezialisierte Hersteller zurück, darunter die Eisbär Eis GmbH aus Apensen.

Zur Entschlüsselung der Hersteller hinter No-Name-Produkten können Verbraucher das ovale Identitätskennzeichen auf der Packung prüfen oder auf Datenbanken wie die App „MarkenDetektive“ zurückgreifen, die Rezepturen und Produzenten direkt gegenüberstellt.