63 Prozent Ablehnung: Trump schiebt drohende Wahlschlappe auf eigene Partei
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Der historische Trend bei Zwischenwahlen in den Vereinigten Staaten vor dem Urnengang im November.
US-Präsident Donald Trump baut bereits vor den anstehenden Zwischenwahlen eine Verteidigungslinie auf. Sollten die Republikaner ihre Mehrheiten im Senat oder im Repräsentantenhaus verlieren, sieht er die Verantwortung ausschließlich bei den Abgeordneten seiner eigenen Partei.
Trump verbreitete zuletzt öffentlich die Kritik eines Parteianhängers, wonach die Republikaner mangels politischer Resultate auf eine schwere Abrechnung zusteuern. Wer im Kongress keine greifbaren Ergebnisse liefere, werde die Konsequenzen des Wählerfrustes spüren.
Um seine eigene Bilanz zu betonen, veröffentlichte der Präsident kurz darauf eine Liste eigener Erfolge und teilte unter anderem ein Bild mit dem Slogan „Mission erfüllt“ mit Blick auf die Entwicklungen im Iran.
Trumps Selbsteinschätzung und die Umfragerealität
Gegenüber dem Portal „Punchbowl News“ behauptete Trump Anfang August, die Wählerbasis sei vor allem mit den Parlamentsvertretern unzufrieden. „Sie sind wütend auf die Republikaner, aber nicht auf mich“, erklärte der Präsident.
Umfragen widersprechen dem Weißen Haus
Die Datenlage zeichnet ein deutlich anderes Bild. Laut Erhebungen des US-Senders CNN lehnen aktuell 63 Prozent der US-Bürger Trumps Amtsführung ab.
Nicht einmal jeder fünfte Befragte bekundet derzeit eine besonders starke Zustimmung zu seiner Regierungsarbeit.

Druck auf Senatoren beim Thema Wahlrecht
Ein ähnliches Vorgehen zeigt sich bei Trumps Gesetzesinitiativen. Er forderte die republikanischen Senatoren wiederholt auf, die traditionelle Filibuster-Regel im US-Senat abzuschaffen, um sein zentrales Wahlgesetz, den „Save America Act“, durchzusetzen.
Am 3. Juli warnte Trump, eine Niederlage bei den Zwischenwahlen drohe nur dann, wenn die Partei sich selbst im Weg stehe und unklug handele.
Grafische Darstellung des historischen Verlaufs von Midterm-Wahlen in den USA bis zur Abstimmung im November.
Personalisierter Wahlkampf birgt Risiken
Trump versucht dennoch, die Zwischenwahlen zu einem Referendum über seine eigene Person zu machen. Die Republikaner planen für den kommenden Monat eine parteiinterne Konferenz, die fast vollständig auf ihn zugeschnitten ist.
Dieser Kurs birgt Gefahren: Trumps Stammwählerschaft lässt sich schwerer an die Urnen bringen, wenn sein Name nicht auf den Stimmzetteln steht. Gleichzeitig erschweren seine schwachen Beliebtheitswerte die Mobilisierung unabhängiger Wähler.
Der republikanische Kolumnist Rex Huppke fasste das Phänomen in der „USA Today“ prägnant zusammen: „Donald Trump kann nicht scheitern – er kann nur von anderen enttäuscht werden.“

