7.000 Tonnen und 3,4 Milliarden Euro: Polen rüstet mit neuer Fregatte „Wicher“ auf
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Die Fregatte „Wicher“ verlässt die Werfthalle der Werft in Gdynia.
Die polnische Marine modernisiert ihre Flotte mit einem Großprojekt: In Gdynia ist die Fregatte „Wicher“ vom Stapel gelaufen. Das rund 140 Meter lange und 7.000 Tonnen schwere Schiff bildet das Flaggschiff der neuen Miecznik-Klasse und soll ab 2029 offiziell den Dienst antreten.
Warschau investiert mehr als vier Milliarden US-Dollar (rund 3,4 Milliarden Euro) in den Bau von drei Einheiten. Das Programm markiert einen strategischen Wechsel hin zu deutlich größeren Mehrzweckkampfschiffen für Einsätze in der Ostsee und im Nato-Verbund.
Milliardeninvestition in die Ostsee-Flotte
Die Neubauten ersetzen zwei betagte Einheiten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse: die „Gen. Kazimierz Pulaski“ und die „Gen. Tadeusz Kosciuszko“. Diese Schiffe stammten ursprünglich aus US-Beständen und verdrängen mit 4.100 Tonnen deutlich weniger Wasser als ihre Nachfolger.
Konstruiert wird die Miecznik-Klasse auf Basis des britischen Entwurfs Arrowhead 140 von Babcock. Mit einer Breite von 20 Metern und einer Länge von 138 Metern bietet der Schiffskörper Platz für eine 120-köpfige Besatzung.
Schweres Waffenarsenal zur See- und Luftabwehr
Die „Wicher“ erhält eine umfangreiche Ausstattung für die dreidimensionale Seekriegsführung. In senkrechten Startanlagen (VLS) lassen sich bis zu 128 Flugabwehrraketen der Sea-Ceptor-Reihe mitführen.

Gegen Überwasser- und Landziele stehen acht Seezielflugkörper mit einer Reichweite von über 300 Kilometern bereit. Die Kapazität lässt sich bei Bedarf auf 16 Flugkörper verdoppeln.
Artillerie und U-Boot-Jagd
Zur Nahbereichs- und Flugabwehr nutzt das Schiff ein 76,2-Millimeter-Hauptgeschütz, zwei 35-Millimeter-Kanonen sowie ferngesteuerte 12,7-Millimeter-Maschinengewehre. Unter Wasser kommen moderne Torpedos des Herstellers Eurotorp zum Einsatz.
Die Fregatte „Wicher“ bei einer feierlichen Ausfahrt aus der Werfthalle der PGZ Stocznia Wojenna in Gdynia.
Auslieferung der Schwesterschiffe bis 2031
Der Bau der „Wicher“ startete im August 2023, die Taufe fand im August 2026 statt. Die beiden Schwesterschiffe folgen in festen Etappen: Die „Burza“ befindet sich seit Mai 2025 im Bau, während die Kiellegung der dritten Einheit namens „Huragan“ für Ende 2026 terminiert ist.
Die Indienststellung der drei Fregatten ist für die Jahre 2029, 2030 und 2031 vorgesehen. Das Vorhaben reiht sich in eine umfassende Aufrüstung der polnischen Streitkräfte ein, die mittelfristig 300.000 aktive Soldaten und 200.000 Reservisten umfassen sollen.

