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7.000 Tonnen Verdrängung: Polen bringt erste Fregatte für 3,4 Milliarden Euro ins Wasser

Fregatte Wicher der polnischen Marine in Gdynia Aktuelle News

Die neue Fregatte „Wicher“ verlässt die Werfthalle im polnischen Gdynia.

In der Hafenstadt Gdynia hat Polen die „Wicher“ zu Wasser gelassen. Es ist das erste Schiff der neuen Miecznik-Klasse, das mit rund 7.000 Tonnen Verdrängung und knapp 140 Metern Länge ab 2029 den Dienst an der Nato-Ostflanke aufnehmen soll.

Der Neubau markiert den Auftakt eines umfassenden Programms für Mehrzweckfregatten. Das Gesamtpaket umfasst drei Einheiten und beläuft sich auf ein Investitionsvolumen von umgerechnet rund 3,4 Milliarden Euro.

Ersatz für veraltete US-Schiffe

Warschau hatte den Auftrag 2021 an das eigens formierte Rüstungskonsortium PGZ Miecznik vergeben. Die Entwürfe basieren auf dem Modell Arrowhead 140 des britischen Rüstungskonzerns Babcock.

Die 138 Meter langen und 20 Meter breiten Neubauten lösen zwei deutlich kleinere Einheiten der Oliver-Hazard-Perry-Klasse ab. Die Fregatten „Gen. Kazimierz Pulaski“ und „Gen. Tadeusz Kosciuszko“ stammten ursprünglich aus US-Beständen und verdrängen lediglich 4.100 Tonnen. Auf den neuen Schiffen ist künftig eine Besatzung von 120 Kräften vorgesehen.

Umfangreiches Waffenarsenal an Bord

Die Fregatten der Miecznik-Klasse erhalten eine umfangreiche Ausstattung für die Seeziel- und Luftverteidigung. In senkrechten Startbehältern können bis zu 128 Flugabwehrraketen der Sea-Ceptor-Reihe mitgeführt werden.

7.000 Tonnen Verdrängung: Polen bringt erste Fregatte für 3,4 Milliarden Euro ins Wasser

Für Angriffe auf See- und Landziele in über 300 Kilometern Entfernung sind standardmäßig acht Seezielflugkörper integriert. Diese Kapazität lässt sich bei Bedarf verdoppeln.

Nahbereichsschutz und U-Boot-Abwehr

Ergänzt wird die Kampfausstattung durch Rohrwaffen und Spezialsysteme:

  • Ein Hauptgeschütz im Kaliber 76,2 Millimeter
  • Zwei Flugabwehrkanonen im Kaliber 35 Millimeter
  • Ferngesteuerte Waffenstationen mit 12,7-Millimeter-Maschinengewehren
  • Torpedosysteme von Eurotorp zur Bekämpfung von U-Booten

Die Fregatte „Wicher“ bei einer feierlichen Ausfahrt aus der Werfthalle der PGZ Stocznia Wojenna in Gdynia., 9. August 2026.
Die Fregatte „Wicher“ bei der Ausfahrt aus der Werfthalle der PGZ Stocznia Wojenna in Gdynia.

Auslieferung bis 2031 geplant

Der Bau der „Wicher“ startete im August 2023, gefolgt von der Kiellegung Anfang 2024 und der offiziellen Taufe im August 2026. Das zweite Schiff, die „Burza“, befindet sich seit Mai 2025 im Bau, während die Kiellegung der dritten Einheit „Huragan“ für November ansteht.

Die Übergaben an die polnische Marine sind für die Jahre 2029, 2030 und 2031 terminiert. Das Flottenbauprogramm ist Teil einer generellen Aufrüstung: Polen plant, seine Streitkräfte von derzeit rund 220.000 auf 300.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sowie 200.000 Reservisten zu vergrößern.