7.463 Euro Monatslohn bei 80 Prozent Arbeit: Gründerin legt ihre Finanzen offen
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Investitionen in Indexfonds bilden die Basis vieler langfristiger Finanzstrategien.
Die Debatte um offene Gehälter gewinnt an Schärfe. Die 36-jährige Unternehmerin Corinne Brecher bricht ein weit verbreitetes Tabu und nennt konkrete Zahlen zu ihren persönlichen Einnahmen.
Für ein Arbeitspensum von 80 Prozent zahlt sich die Schweizerin in ihrer eigenen Firma monatlich 7.000 Franken aus – umgerechnet rund 7.463 Euro. Mit ihrem fünfköpfigen Team bietet die zweifache Mutter spezialisierte Finanzkurse für Frauen an.
Vom Quereinstieg im Bankensektor zum eigenen Unternehmen
Brechers beruflicher Weg begann ursprünglich in der Gastronomie. Später folgte der Wechsel in den Bankensektor, wo sie eine auffällige Dynamik bei Beratungsgesprächen beobachtete: Fast ausschließlich Männer nahmen Termine wahr.
Auf Nachfragen hieß es oft, die Partnerinnen interessierten sich nicht für Geldthemen. Brecher hielt dagegen und forderte ihre Kunden auf, ihre Frauen dennoch mitzubringen. Über einen eigenen Finanzblog wuchs das Interesse von Frauen an Themen wie Budgetierung, Altersvorsorge und Vermögensaufbau stetig, bis sie 2020 ihr eigenes Unternehmen gründete.
Symbolbild zu Investitionen in Wertpapiere und börsengehandelte Indexfonds.
Klare Anlagestrategie: Hohe ETF-Quote und Krypto-Beimischung
Den Grundstein für ihren Vermögensaufbau legte Brecher früh: Bereits mit 18 Jahren kaufte sie ihr erstes Wertpapier, finanziert aus gespartem Trinkgeld. Heute folgt ihr privates Portfolio einer klaren Struktur.

Die Aufteilung des Portfolios
- 80 Prozent stecken in breit gestreuten, börsengehandelten Indexfonds (ETFs).
- 20 Prozent verteilen sich auf ausgewählte Einzelaktien und Bitcoin.
Gehaltstransparenz versteht Brecher als wirksames Instrument, um strukturelle Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern abzubauen. Die Sinnhaftigkeit der eigenen Tätigkeit stehe für sie inzwischen jedoch über dem reinen Gelderwerb.
EU-Richtlinie und die Verzögerung in Deutschland
Das Thema Lohntransparenz beschäftigt derzeit auch die deutsche Politik. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie verpflichtet die Mitgliedstaaten eigentlich dazu, bis Juni 2026 Vorgaben für mehr Nachvollziehbarkeit bei Gehältern gesetzlich zu verankern.
Die Bundesregierung kündigte im Mai an, dass sich die fristgerechte Umsetzung in deutsches Recht verzögern wird. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbunds liegt die unbereinigte Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen in Deutschland bei rund 16 Prozent – ein Wert, der im europäischen Vergleich weiterhin überdurchschnittlich hoch ausfällt.

