740-Millionen-Projekt: Nach zehn Jahren Streit steht Standort für neues Klinikum bei La Rochelle fest
Aktuelle News
740-Millionen-Projekt: Nach zehn Jahren Streit steht Standort für neues Klinikum bei La Rochelle fest
Nach rund zehn Jahren politischer Blockade haben sich die Verantwortlichen im Großraum La Rochelle auf den Standort für ein neues Zentralklinikum verständigt. Die moderne medizinische Einrichtung soll in der Nachbargemeinde Aytré gebaut werden.
740 Millionen Euro für die regionale Gesundheitsversorgung
Das Gesamtvolumen des Großprojekts liegt bei 740 Millionen Euro. Für die Realisierung fordern die Kommunalpolitiker eine finanzielle Unterstützung des französischen Staates in Höhe von 300 Millionen Euro.
Das geplante Areal für den Klinikneubau im Großraum La Rochelle.
Nach Angaben von Olivier Falorni, Bürgermeister von La Rochelle, ist das neue Krankenhaus auf eine Nutzungsdauer von mindestens 50 Jahren ausgelegt. Die Grundsteinlegung wird innerhalb der kommenden sieben Jahre angestrebt.
Langer Streit um 13 verschiedene Standorte
Dem Durchbruch ging eine jahrelange Debatte voraus, in deren Verlauf 13 potenzielle Flächen im Ballungsraum geprüft wurden. Pläne auf dem Messegelände von La Rochelle scheiterten an unzureichenden Kapazitäten, während ein zwölf Hektar großes Areal in Aytré zuvor am Widerstand des ehemaligen Bürgermeisters Tony Loisel scheiterte.
Neues Quartier rund um den Klinikbetrieb
Erst nach den Kommunalwahlen im März 2026 und dem Amtsantritt der neuen Bürgermeisterin Hélène Rata fiel die endgültige Entscheidung für das dortige DBMA-Industriegelände.
Industrieareal in Aytré als künftiger Standort des regionalen Großklinikums.
Die Gemeinde sieht in dem Klinikkomplex mit rund 4.000 Arbeitsplätzen einen entscheidenden Entwicklungsschritt. Rund um das Krankenhaus sollen sukzessive Wohnungen und zusätzliche Infrastruktur entstehen.
Bestehendes Hôpital Saint-Louis stößt an Grenzen
Aus Sicht des Klinikverbunds Littoral Atlantique besteht dringender Handlungsbedarf. Das aktuelle Hôpital Saint-Louis stammt aus den 1970er-Jahren, ist baulich veraltet und bietet vor Ort keinerlei Erweiterungsmöglichkeiten mehr.
Verbunddirektorin Valérie Bénéat-Marlier verweist auf das starke Bevölkerungswachstum und die zunehmende Überalterung in der Region Charente-Maritime, die mit einem höheren Behandlungsbedarf für chronische Krankheiten einhergeht. Zur Gegenfinanzierung des Neubaus soll die Liegenschaft des bisherigen Krankenhauses veräußert werden.


