75.000 Neuzulassungen: Warum Camper trotz 30.000 Euro Aufpreis zum Wohnmobil greifen
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Trotz deutlich höherer Anschaffungskosten entscheiden sich die meisten Neukäufer für ein Reisemobil.
Ein fabrikneuer Wohnwagen ist oft schon für rund 25.000 Euro zu haben. Dennoch investieren viele Urlauber mehr als das Doppelte – und zahlen für ein Reisemobil nicht selten über 100.000 Euro.
Die offiziellen Marktzahlen spiegeln diesen Trend eindeutig wider. Von den insgesamt 94.134 im Jahr 2025 neu zugelassenen Freizeitfahrzeugen entfielen mehr als 75.000 Einheiten auf Reisemobile.
Führerschein, Gewicht und Verkehrsregeln
Ein wesentlicher Grund für den Erfolg der Reisemobile liegt im Handling des Gesamtgewichts. Bei vielen Wohnmobilen bleibt das Fahrzeug knapp unter der 3,5-Tonnen-Grenze, während Gespanne diese Marke inklusive Zugfahrzeug sehr schnell überschreiten.
Das wird insbesondere für Personen teuer, die ihren Führerschein nach 1999 gemacht haben, da sie für schwerere Gespanne eine zusätzliche Fahrerlaubnisklasse benötigen. Zudem gelten ab 3,5 Tonnen in vielen Reiseländern strengere Tempolimits und höhere Mauttarife.
Hinzu kommen Parkbeschränkungen im Alltag. Ein abgekoppelter Wohnanhänger darf in Deutschland maximal 14 Tage am Straßenrand abgestellt werden, während für zugelassene Reisemobile keine derartige Frist greift.
Anschaffung und Unterhalt im Kostenvergleich
In der reinen Anschaffung bleibt der Wohnwagen wirtschaftlich überlegen. Ein Modell wie der Hobby OnTour steht ab 22.160 Euro beim Händler, während ein kompaktes, teilintegriertes Wohnmobil wie der Carado V337 mindestens 54.799 Euro kostet.

Laufende Kosten bei Steuer und Versicherung
Auch bei den laufenden Betriebskosten punktet der Anhänger:
- Kfz-Steuer: 40 bis 75 Euro jährlich beim Wohnwagen; beim Wohnmobil liegt der Satz mehr als doppelt so hoch.
- Hauptuntersuchung: 50 bis 80 Euro für den Anhänger gegenüber 100 bis 200 Euro beim Reisemobil.
- Haftpflicht und Kasko: 40 bis 100 Euro Haftpflicht sowie 150 bis 350 Euro Vollkasko pro Jahr beim Caravan.
- Wartung: Wohnmobile verursachen durch den integrierten Motor und Antriebsstrang regelmäßige Zusatzkosten für Inspektionen und Ölwechsel.
Flexibilität auf der Reise: Stellplatz gegen Campingplatz
Am Reiseziel bietet der Wohnwagen den Vorteil, dass das Zugfahrzeug für Ausflüge abgekoppelt werden kann. Bei Rundreisen und häufigen Ortswechseln kehrt sich dieser Komfort jedoch um.
Reisemobilisten müssen weder rangieren noch ankuppeln und profitieren bei Mautsystemen: In der Schweiz beispielsweise benötigt ein Gespann zwei separate Vignetten – für Auto und Wohnwagen jeweils eine. Das leichte Reisemobil kommt mit einer Vignette aus.
Zudem dürfen Gespanne ausgewiesene Wohnmobilstellplätze in der Regel nicht nutzen. Während eine Nacht auf dem Stellplatz oft schon für 15 Euro verfügbar ist, verlangen klassische Campingplätze je nach Saison und Region ab 50 Euro aufwärts.
