76-Meter-Monument geplant: US-Veteranen klagen gegen Trumps Triumphbogen vor Arlington
Aktuelle News
76-Meter-Monument geplant: US-Veteranen klagen gegen Trumps Triumphbogen vor Arlington
Der Bau eines rund 76 Meter hohen Triumphbogens nahe dem Nationalfriedhof Arlington beschäftigt die US-Justiz. Drei Vietnamkriegsveteranen und ein Architekturhistoriker haben vor einem US-Bundesgericht eine einstweilige Verfügung beantragt, um den Beginn der Arbeiten zu blockieren.
Das Monument soll zum 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Während Donald Trump das Großprojekt als Ehrung für Veteranen verteidigt, verweisen Kritiker auf die Zerstörung des historischen Sichtbezugs zwischen dem Lincoln Memorial und dem Arlington House.
Scharfe Kritik an Standort und Aussichtsplattform
Die demokratisch orientierte Veteranengruppe VoteVets veröffentlichte Videos von ehemaligen Soldaten und Hinterbliebenen, die das Projekt ablehnen. Besonders eine geplante Aussichtsplattform auf dem Bauwerk stößt auf Unverständnis: Angehörige befürchten, dass Touristen künftig Beerdigungen auf dem Friedhof von oben beobachten könnten.
Kritik ehemaliger Militärs
Der pensionierte Generalmajor Paul Eaton, dessen Vater nach einem Einsatz im Vietnamkrieg in Arlington beigesetzt wurde, nannte die Platzierung des Bogens unpassend und sprach von einem Zustand, der an ein Sakrileg grenze.
Das Bauwerk ist am Memorial Circle auf Columbia Island geplant, am westlichen Ende der Arlington Memorial Bridge. Es stünde damit nicht auf dem Gräberfeld selbst, aber direkt am Haupteingang der nationalen Ruhestätte.
Ein Modell des Bogens, der hinter dem Lincoln Memorial errichtet werden soll.
Testgrabungen und fehlende Genehmigungen
Innenminister Doug Burgum kündigte am 3. September einen raschen Start der Maßnahmen an. Aus Gerichtsakten geht hervor, dass ab dem 21. September zunächst vier Testgruben ausgehoben werden sollen, um archäologische und kulturelle Funde am Standort auszuschließen.
Diese Grabungen sollen bis zum 31. Oktober wieder verfüllt werden. Die Regierung betrachtet diesen Schritt weder als offiziellen Baubeginn noch als Vorbereitung für einen Abriss, wohingegen die Kläger argumentieren, dass das gesamte Vorhaben zwingend die Zustimmung des US-Kongresses benötigt.
Die Nationale Kommission für Hauptstadtplanung stimmte den Entwürfen im Juli vorläufig zu, eine endgültige Genehmigung steht jedoch noch aus. Zudem erfordert die geplante Höhe von 76 Metern eine offizielle Ausnahme von der in Washington geltenden Bauhöhenbeschränkung von rund 40 Metern.

