8-Jähriger entdeckt Holzteil in der Waal: Fund stammt wohl von 250 Jahre altem Schiff
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8-Jähriger entdeckt Holzteil in der Waal: Fund stammt wohl von 250 Jahre altem Schiff
Bei einem Spaziergang am Flussufer der Waal bei Dreumel in den Niederlanden stieß der achtjährige Quinn Kuijten auf ein massives Stück Holz. Das Relikt ragte Ende August teilweise aus dem Wasser und war mit auffälligen Metallteilen besetzt.
Da das Holzstück extrem schwer war, konnte die Familie den Fund zunächst nicht transportieren. Am darauffolgenden Tag holten die Eltern das Bauteil mit einem Bollerwagen ab und transportierten es über den Deich nach Hause.
Verdacht auf Querspant eines historischen Schiffs
Die Familie schaltete den lokalen Archäologen Nils Kerkhoven ein. Nach dessen erster Analyse handelt es sich bei dem Fund wahrscheinlich um einen sogenannten Querspant – ein tragendes Element aus der Innenkonstruktion eines Schiffes.
Kerkhoven datiert das Holzstück vorläufig auf ein Alter von mindestens 200 bis 250 Jahren. Ob der Spant von einem bislang unbekannten Schiffswrack im Flussbett stammt, müssen weitere Analysen klären.
Feuchthaltung schützt Holz vor dem Zerfall
Um das historische Artefakt vor der Zerstörung zu bewahren, lagert es derzeit im Garten der Familie und wird durchgehend nass gehalten.
Nasses Altholz, das über Jahrhunderte unter Wasser lag, verzieht sich an der Luft extrem schnell, wird rissig oder zerfällt vollständig, sobald die Feuchtigkeit entweicht.
Handgeschmiedete Nieten und Dendrochronologie
Besondere Hinweise auf die Entstehungszeit liefern die im Holz verbauten Nieten. Nach erster Begutachtung durch den Archäologen wurden die Befestigungen in Handarbeit geschmiedet.
Genaue Erkenntnisse über das Fälldatum und die Herkunft des verwendeten Holzes sollen nun Untersuchungen der Sägespuren und der Jahresringe liefern.
Gebiet an der Waal gilt als bedeutende Fundstätte
Der Fundort ist unter Archäologen bekannt: Im Areal „Over de Maas“ zwischen Alphen und Dreumel finden seit 2010 Grabungen statt, die dortige Sandabbau- und Landschaftsarbeiten begleiten.
Das rund 277 Hektar große Gebiet gilt als eine der größten archäologischen Ausgrabungszonen der Niederlande. Unter anderem legten Forscher dort im Jahr 2017 ein etwa zehn Meter langes Kanu aus der Römerzeit frei.
Ausgrabung in Nijmegen.
Die zuständige niederländische Denkmalbehörde prüft den Fund aus Dreumel nun im Detail. Der achtjährige Finder hat die Geschichte seines Fundes bereits in einem Schulreferat verarbeitet.

