80 Millionen Lichtquellen pro Nacht: Wie sich Lichtverschmutzung sofort eindämmen lässt
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Blick über den Rhein auf den Bonner Stadtteil Gronau bei Nacht.
Nacht für Nacht leuchten in Deutschland schätzungsweise 80 Millionen künstliche Lichtquellen. Die zunehmende Aufhellung der Städte und Gemeinden überstrahlt nicht nur den Sternenhimmel, sondern stört den menschlichen Biorhythmus und gefährdet nachtaktive Tierarten.
Blick über den Rhein auf den Bonner Stadtteil Gronau.
Die Initiative „Paten der Nacht“ ruft zur bundesweiten Aktion „Earth Night“ auf. Ziel ist es, für mindestens eine Nacht sämtliches verzichtbares Außenlicht abzuschalten oder stark zu reduzieren, um auf die Folgen der Lichtverschmutzung aufmerksam zu machen.
Konkrete Vorgaben für Außenbeleuchtung
Ein Großteil des nächtlichen Lichts entfällt auf Fassaden, Schaufenster, Werbeanlagen sowie Straßen und Parkplätze. Private Haushalte, Unternehmen und Kommunen können mit gezielten technischen Anpassungen den Lichtausstoß und den Energieverbrauch drastisch senken.
Die Initiative empfiehlt bei der Auswahl und Montage von Leuchtmitteln folgende Kriterien:
- Lichtfarbe: Die Farbtemperatur sollte maximal 2.700 Kelvin betragen. Warmgelbes Licht zieht deutlich weniger Insekten an als kaltweiße Leuchtmittel.
- Intensität: Statt starker Einzelleuchten sind mehrere schwache Lampen mit geringem Lumen-Wert auf Bodenhöhe vorzuziehen.
- Ausrichtung: Lichtkegel gehören ausschließlich nach unten. Geschirmte Lampengehäuse und Reflektoren verhindern Streulicht in den Himmel und auf Nachbargrundstücke.
- Montagehöhe: Niedrig installierte Lampen verringern Blendung und halten Streuverluste gering.
Steuerung und Zeitmanagement
Dauerbeleuchtung lässt sich durch Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhren ersetzen. Außenbeleuchtung sollte spätestens um 22:00 Uhr vollständig deaktiviert oder über intelligente Systeme bei Bedarf heruntergedimmt werden.
Dekorative Beleuchtung von Gärten, Teichen oder Baumkronen ist vollständig zu vermeiden. Wo Beleuchtung aus Sicherheitsgründen nötig ist, sollte der Fokus auf Fuß- und Radwegen statt auf Fahrbahnen liegen.
Auch innerhalb von Wohnräumen lässt sich die Abstrahlung nach außen minimieren: Herabgelassene Jalousien und geschlossene Vorhänge verhindern, dass Innenlicht ungehindert ins Freie dringt.

