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8,1 kWp auf dem Norddach: Warum sich Hendriks 4.750-Euro-Solaranlage rechnet

Photovoltaikanlage mit Solarmodulen auf einem Hausdach Aktuelle News

Selbst auf Dachflächen mit Nordausrichtung lässt sich mit der passenden Anlagendimensionierung Solarstrom gewinnen.

Photovoltaikmodule auf der Nordseite eines Daches gelten unter vielen Hauseigentümern als unrentabel. Hendrik, Betreiber des YouTube-Kanals „Nachhaltig Verstehen“, belegt auf seinem Haus und der Garage jedoch genau diese Ausrichtung mit Modulen.

Was auf den ersten Blick unkonventionell wirkt, basiert auf einer präzisen Kalkulation. In einem Gespräch mit dem YouTuber Felix Goldbach erläuterte Hendrik die Hintergründe seines Projekts.

Wechselrichter-Reserve und fallende Modulpreise

Der Ausgangspunkt war die vorhandene Technik: Hendrik installierte ursprünglich eine Südanlage mit sieben Kilowattpeak (kWp) Leistung. Sein Wechselrichter war mit einer Kapazität von zehn Kilowatt jedoch bewusst überdimensioniert, wodurch drei kWp Leistungsreserve ungenutzt blieben.

Als die Preise für Solarmodule sanken, rüstete er nach. Hendrik montierte in Eigenleistung zusätzliche 8,1 kWp auf das Norddach des Hauses sowie auf das Dach der Garage.

Da er die Montage komplett selbst übernahm, fielen lediglich Materialkosten an. Durch die Mehrwertsteuerbefreiung für Photovoltaikanlagen beliefen sich die Gesamtkosten für beide Nordanlagen auf rund 4.750 Euro.

Ertragserwartung und Praxiswerte im Vergleich

In Niedersachsen liefert eine reine Südausrichtung üblicherweise etwa 1.000 bis 1.050 Kilowattstunden (kWh) pro kWp im Jahr. Hendrik kalkulierte für seine Nordseite konservativ mit rund 500 kWh pro kWp – eine Schwelle, ab der sich die Investition für ihn amortisieren würde.

8,1 kWp auf dem Norddach: Warum sich Hendriks 4.750-Euro-Solaranlage rechnet

Die tatsächlichen Messwerte übertrafen die Prognose deutlich. Im Zeitraum von Februar bis November erzeugten die Nordmodule bereits rund 5.100 kWh Strom.

Das entspricht rund 60 Prozent des Ertrags einer identisch dimensionierten Südanlage im selben Zeitraum. Die beiden ertragsschwächsten Wintermonate Dezember und Januar waren in diesem Zwischenergebnis noch nicht enthalten.

Warum Norddächer bei diffusem Licht punkten

Für den stabilen Ertrag sorgen physikalische und meteorologische Gegebenheiten. Im Hochsommer trifft die hochstehende Sonne auch flach geneigte Norddächer zeitweise direkt.

An stark bewölkten Tagen verringert sich der Leistungsunterschied zwischen Nord- und Südausrichtung fast vollständig. Diffuse Strahlung verteilt sich gleichmäßig über die Himmelsfläche, wodurch die Ausrichtung der Paneele in den Hintergrund rückt.

Hendrik setzte bei der Erweiterung auf gewöhnliche Standardmodule des Herstellers Trina Solar. Neben den Modulen erhöhten lediglich zusätzliche Strings, ein Überspannungsschutz sowie der passende Wechselrichter die Materialausgaben.

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