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9-Euro-Bestellung: Wirtin auf Sardinien wirft Touristinnen aus dem Restaurant

Gäste an einem gedeckten Tisch im Restaurant Aktuelle News

Immer mehr Gastronomen beklagen die zunehmende Sparsamkeit ihrer Gäste.

In Cagliari auf Sardinien hat der Vorfall in einer Pizzeria für Aufsehen gesorgt. Die Inhaberin eines Lokals forderte zwei polnische Touristinnen auf zu gehen, nachdem diese lediglich zwei Aperitifs und eine Vorspeise für neun Euro teilen wollten.

Wirtschaftliche Realität statt Bar-Betrieb

Gastronomin Pamela Solinas begründete die Entscheidung mit den laufenden Betriebskosten. „Wir sind ein Restaurant, keine Bar, und wir haben die Kosten eines Restaurants“, stellte sie gegenüber der italienischen Regionalzeitung „La Nuova Sardegna“ klar.

Nach Angaben der Wirtin konsumieren Gäste im Vergleich zu früheren Jahren deutlich weniger. Viele Urlauber würden extrem sparen, was die Gastronomiebetriebe vor wirtschaftliche Probleme stellt.

Laut der Wirtin sparen viele Urlauber derzeit beim Restaurantbesuch und teilen sich Speisen und Getränke (Symbolbild)
Urlauber teilen sich Speisen und Getränke im Restaurant.

Kürzere Verweildauer löst das Problem nicht

Das veränderte Verhalten zeige sich laut Solinas regelmäßig im Betriebsalltag. Nicht selten teilen sich vier Personen lediglich zwei Pizzen und einen Salat.

Um die Umsatzausfälle zu kompensieren, müssten Tische schneller neu besetzt werden. Für Solinas ist eine hohe Taktung jedoch keine Lösung: Sie bevorzuge weniger besetzte Tische, an denen die Gäste einen normalen Konsum haben.

9-Euro-Bestellung: Wirtin auf Sardinien wirft Touristinnen aus dem Restaurant

Steigende Kosten und zurückhaltende Gäste stellen zahlreiche Gastronomiebetriebe vor Herausforderungen (Symbolbild)
Steigende Kosten und zurückhaltende Gäste stellen zahlreiche Gastronomiebetriebe vor Herausforderungen.

Hoher Kostendruck in der gesamten Branche

Die Zurückhaltung der Gäste trifft auf eine Branche, die europaweit mit steigenden Ausgaben kämpft. Auch Betriebe in Deutschland stehen vor der Herausforderung, höhere Kosten bei Wareneinsatz und Personal aufzufangen.

Eine Umfrage des Branchenverbands DEHOGA unter rund 2.000 Gastronomiebetrieben ergab, dass 73,4 Prozent ihre Preise stabil hielten. Gestiegene Löhne und teurere Lebensmittel verhindern vielerorts Preissenkungen.

Gastronomen wie Amritvir Singh Dillon verweisen auf den gestiegenen gesetzlichen Mindestlohn und die Einkaufspreise. Steuerliche Anpassungen dienen den Betrieben vor allem dazu, das bestehende Preisniveau trotz des anhaltenden Kostendrucks zu halten.