9 Meter Flutwelle in 30 Minuten: Gletscher-Absturz im Himalaya fordert 270 Menschenleben
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Verheerende Verwüstungen nach der Sturzflut in der Himalaya-Region.
Innerhalb kürzester Zeit haben gewaltige Wassermassen das Tal des Bhote-Koshi-Flusses in Nepal überrollt. Die Pegelstände des Trishuli-Flusses stiegen bei Galchchi in nur 30 Minuten um bis zu neun Meter an.
Die Schlamm- und Geröllmassen zerstörten ganze Siedlungen im Grenzgebiet zu Tibet. Mindestens 270 Menschen kamen ums Leben, rund 1500 Personen gelten als vermisst – darunter auch acht deutsche Staatsangehörige. Die Flut spülte 40 Kilometer Autobahn und 19 Brücken vollständig weg.
Gletscherkollaps löste Erschütterungen aus
Satellitendaten belegen, dass ein Gletscher in 5200 Metern Höhe östlich des Grenzübergangs Gyirong zwischen China und Nepal abbrach. Der Eisblock stürzte über einen Kilometer tief ins Tal und riss gewaltige Geröllmengen mit sich.
Erste Berichte gingen von einem Erdbeben der Stärke 4,4 als Ursache aus. Nach Messungen der US-Behörde USGS (US Geological Survey) war der massive Aufprall des Gletschers jedoch selbst die Ursache für die gemessenen Erschütterungen. Ein tektonisches Beben fand nicht statt.

Wärmeperiode begünstigte den Abbruch
Experten wie der kanadische Geomorphologe Dan Shugar von der University of Calgary vermuten, dass die überdurchschnittlich warmen Temperaturen der vorangegangenen Tage das Eis destabilisiert haben könnten.
Himalaya-Flut zerstörte alles
Wassermenge gibt Forschern Rätsel auf
Frühere Katastrophen in der Region, wie im Juli 2016, wurden durch den Bruch natürlicher Dämme an Gletscherseen ausgelöst. Damals stürzten mehr als 100.000 Tonnen Wasser talwärts. Ein solches Szenario schließen Forscher diesmal aus, da die umliegenden Seen zu wenig Wasser führten.
Zwar schmilzt abstürzendes Eis bei extremen Reibungskräften in Teilen sofort, die schiere Menge des Flutwassers lässt sich damit allein jedoch nicht erklären. Die genauen hydrologischen Prozesse im Tal werden derzeit wissenschaftlich analysiert.

