9 Monate Vollsperrung: Autofahrer kauft Zweitwagen, um 60 Minuten Umweg zu vermeiden
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9 Monate Vollsperrung: Autofahrer kauft Zweitwagen, um 60 Minuten Umweg zu vermeiden
Die Papendrechtsebrug zwischen den niederländischen Gemeinden Papendrecht und Dordrecht wird vom 17. Juli 2026 bis zum 21. April 2027 komplett für den Straßenverkehr gesperrt. Grund dafür sind umfassende Renovierungsarbeiten an dem Bauwerk.
Für Autofahrer bedeutet die neunmonatige Sperrung erhebliche Umwege von bis zu 60 Minuten zusätzlicher Fahrzeit pro Strecke. Ein ortsansässiger Fotograf hat deshalb zu einer ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen.
Ein Auto pro Uferseite gegen den täglichen Zeitverlust
Der 38-jährige Fotograf Jeffrey Groeneweg ist beruflich auf schnelle Ortswechsel angewiesen. Um den zeitraubenden Umleitungen zu entgehen, kaufte er sich einen zusätzlichen Gebrauchtwagen und parkt diesen dauerhaft auf der gegenüberliegenden Uferseite in Papendrecht.
Bei Einsätzen setzt Groeneweg mit seiner Ausrüstung rund um die Uhr kostenlos mit der Personenfähre über den Fluss und steigt drüben direkt in das zweite Fahrzeug um. Die zusätzlichen Kosten für Anschaffung, Kfz-Steuer, Versicherung und Instandhaltung nimmt er dafür bewusst in Kauf.
Gegenüber dem „Algemeen Dagblad“ erklärte Groeneweg, Zeit sei bares Geld. Wenn ihm diese Methode erlaube, Termine weiterhin pünktlich wahrzunehmen, rechne sich die Investition für ihn.
Infrastrukturkrise: Sanierungsstau belastet auch Deutschland
Das Problem maroder Verkehrsachsen betrifft nicht nur das Nachbarland. In Deutschland weisen zahlreiche Brücken erhebliche Alterserscheinungen auf.
Vor allem in Westdeutschland stammen viele Querungen aus den 1960er- und 1970er-Jahren. Laut Daten des Bauportals ibau waren diese Konstruktionen ursprünglich für wesentlich geringere Verkehrs- und Lastmengen ausgelegt als heute üblich.
Hohe volkswirtschaftliche Kosten durch Sperrungen
Müssen Brückenbauwerke saniert oder komplett gesperrt werden, entstehen Kosten, die weit über reine Bauausgaben hinausgehen. Berechnungen des ADAC für fünf sanierungsbedürftige Schlüsselbrücken zeigen massive Folgeschäden für Wirtschaft und Pendler.
Besonders drastisch wären die Folgen bei einer Vollsperrung der Hamburger Norderelbbrücke auf der Autobahn 1. Der ADAC beziffert den jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden in diesem Szenario auf rund 334 Millionen Euro.
Allein Autofahrer müssten bei einer Sperrung der Norderelbbrücke pro Jahr etwa 150 Millionen zusätzliche Kilometer zurücklegen und rund 14 Millionen Stunden im Stau verbringen.
