Ägäis-Konflikt: Erdogan warnt Athen vor Insel-Aufrüstung – Griechenland kauft Abwehrsystem für 3 Milliarden Euro
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan fordert den Abzug griechischer Streitkräfte von Inseln in der östlichen Ägäis.
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verschärft den Ton gegenüber Griechenland im Streit um die Stationierung von Militär auf Ägäis-Inseln. Ankara fordert den Abzug griechischer Truppen und droht mit Gegenmaßnahmen.
Recep Tayyip Erdogan in einer Fotomontage
Erdogan forderte die Regierung in Athen auf, „vom falschen Weg umzukehren“, und erklärte, die Türkei werde „das Erforderliche tun“. Die besonnene Haltung Ankaras dürfe nicht als Schwäche ausgelegt werden.
Die Türkei erhebe zwar keine Gebietsansprüche gegen Nachbarstaaten, werde jedoch Verletzungen eigener Rechte nicht tolerieren. Ankara beobachte insbesondere Gebiete nahe der türkischen Küste genau, darunter die Insel Kastellorizo gegenüber der türkischen Stadt Kas.
Historische Abkommen im Zentrum des Streits
Die türkische Regierung beruft sich auf den Vertrag von Lausanne aus dem Jahr 1923 und den Pariser Friedensvertrag von 1947. Auf Basis dieser Abkommen verlangt Ankara den entmilitarisierten Status für bestimmte Inseln in der östlichen Ägäis und im Dodekanes.
Das griechische Außenministerium wies die Forderungen als haltlos zurück und betonte, die Souveränität sowie der Status der Inseln seien völkerrechtlich eindeutig festgelegt. Die Verteidigungsbereitschaft des Landes sei nicht verhandelbar.
Athen begründet die militärische Präsenz mit der Bedrohung durch türkische Truppen an der gegenüberliegenden Festlandsküste. Zudem beruft sich die griechische Regierung auf das Selbstverteidigungsrecht nach Artikel 51 der UN-Charta.
Beide Staaten investieren massiv in Rüstung
Griechenland investiert Milliarden in Raketenabwehr
Vor dem Hintergrund der anhaltenden Spannungen baut Griechenland seine militärische Kooperation mit Israel aus. Am 31. August unterzeichneten beide Staaten ein Abkommen über das mehrschichtige Luft-, Raketen- und Drohnenabwehrsystem „Achilles Shield“ mit einem Budget von rund 3,035 Milliarden Euro.
Ein zusätzlicher Vertrag im Umfang von 26 Millionen Euro regelt zudem die Beschaffung von speziellen Drone-Dome-Systemen zur Drohnenabwehr.
Türkei treibt Kampfflugzeugprojekt voran
Auch Ankara rüstet auf. Während weiterhin Gespräche über eine eventuelle Rückkehr der Türkei in das F-35-Kampfjet-Programm laufen, entwickelt das Land eigene Luft- und Raketenabwehrsysteme sowie den heimischen Kampfjet KAAN.

