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AfD-Aufsteiger Ulrich Siegmund: Mit 35 Jahren und Hunderttausenden Online-Fans zur Machtbasis in Sachsen-Anhalt

AfD-Aufsteiger Ulrich Siegmund: Mit 35 Jahren und Hunderttausenden Online-Fans zur Machtbasis in Sachsen-Anhalt Aktuelle News

AfD-Aufsteiger Ulrich Siegmund: Mit 35 Jahren und Hunderttausenden Online-Fans zur Machtbasis in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt setzt die AfD auf die Parole «Alles ist möglich» – und ein Gesicht steht sinnbildlich für diesen Kurs: Ulrich Siegmund. Der 35-Jährige aus Tangermünde hat sich in den vergangenen Monaten zu einer der präsentesten Figuren des Landesverbands entwickelt.

Seine Wahlkampfauftritte mobilisieren regelmäßig große Menschenmengen. Zu organisierten Moped-Ausfahrten reisen Hunderte Teilnehmer an, während Bürgerdialoge in Sporthallen und Kulturhäusern voll besetzt sind. Der gelernte Außenhandelskaufmann setzt dabei vor allem auf Nahbarkeit und das Erzeugen eines Gemeinschaftsgefühls.

Social-Media-Reichweite als politischer Hebel

Die Basis für seinen aktuellen Status legte Siegmund während der Corona-Pandemie. Durch scharfe Kritik an den staatlichen Schutzmaßnahmen sammelte er auf Plattformen wie TikTok und Instagram mehrere Hunderttausend Follower.

Diese Reichweite nutzte er parlamentarisch als gesundheitspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Im Jahr 2022 stieg Siegmund schließlich zum Co-Vorsitzenden der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt auf.

Kontroversen und Potsdamer Treffen

Siegmunds politische Laufbahn ist von mehreren Affären begleitet, die seiner Popularität an der Parteibasis bisher nicht schadeten. Nach seiner Teilnahme an einem Treffen in Potsdam, bei dem Martin Sellner über das Konzept der «Remigration» referierte, verlor Siegmund seinen Posten als Vorsitzender des Sozialausschusses im Landtag.

Die Abberufung nutzte der Politiker öffentlichkeitswirksam, um das Narrativ einer Ausgrenzung durch die anderen Parteien zu verstärken.

Vorwürfe der Vetternwirtschaft und radikale Positionen

Kritik gab es zudem an personellen Verflechtungen. Medienberichten zufolge erhielt Siegmunds Vater als Mitarbeiter im Bundestagsbüro eines anderen AfD-Abgeordneten zeitweise mehr als 7.500 Euro monatlich. Siegmund rechtfertigte derartige Überkreuzbeschäftigungen damit, dass Vertrauenspersonen notwendig seien.

Konfrontationen mit extremen Positionen des Parteiprogramms – wie der Abschaffung der Schulpflicht oder der Ablehnung ausländischer Fachkräfte – wehrt er routiniert ab. Auch Mitarbeiter mit Vergangenheit in verbotenen rechtsextremen Gruppierungen betrachtet er im eigenen Umfeld als unproblematisch.

In Parteikreisen wird bereits spekuliert, ob Siegmund bei der Bundestagswahl 2029 den Wechsel auf die Bundesbühne nach Berlin anstrebt.