AfD bei 44 Prozent: DIW-Chef Fratzscher warnt vor Abwanderung und absoluter Mehrheit 2029
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AfD bei 44 Prozent: DIW-Chef Fratzscher warnt vor Abwanderung und absoluter Mehrheit 2029
Nach dem deutlichen Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit ersten Hochrechnungen von gut 44 Prozent schlägt das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) Alarm. DIW-Präsident Marcel Fratzscher wertet das Resultat als direktes Misstrauensvotum gegen die Bundespolitik.
DIW-Präsident Marcel Fratzscher äußert sich zur politischen Lage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Die Bundesregierung müsse unverzüglich einen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Kurswechsel einleiten. Notwendig seien tiefgreifende Eingriffe in die Bereiche Steuern, Bürokratie, Subventionen, Europa und die Sozialsysteme.
Vergleich mit der Agenda 2010
Der Berliner Ökonom zieht historische Vergleiche und fordert Transformationen, die deutlich über die Maßnahmen der Vergangenheit hinausgehen. Die Reformen müssten um ein Vielfaches umfassender sein als die von Gerhard Schröder vor 25 Jahren eingeführte Agenda 2010.
Bleibe dieser Wandel aus, sieht Fratzscher erhebliche Risiken für die bundesweite Politik. Ein Scheitern der Reformbemühungen erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die AfD bei der Bundestagswahl 2029 eine absolute Mehrheit gewinnen könnte.
Wirtschaftliche Folgen für Sachsen-Anhalt
Für das Bundesland Sachsen-Anhalt erwartet der DIW-Chef unabhängig von der künftigen Koalition in Magdeburg spürbare Nachteile. Sowohl eine AfD-geführte Regierung als auch eine schwach legitimierte CDU-geführte Landesregierung würden die wirtschaftliche und soziale Lage belasten.
Die zunehmende Polarisierung drohe die Abwanderung von Fachkräften und Unternehmen aus der Region deutlich zu beschleunigen. Eine Regierungsbeteiligung der AfD würde laut Fratzscher jedoch noch weitaus größeren Schaden für die Gesellschaft, Demokratie und Wirtschaft nach sich ziehen.

