AfD bei 44 Prozent: So schaut die Weltpresse auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt
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AfD bei 44 Prozent: So schaut die Weltpresse auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt
Der Ausgang der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt dominiert international die Schlagzeilen. Große Medienhäuser wie die britische BBC und das englischsprachige Portal von Al Jazeera setzten die ersten Hochrechnungen als Eilmeldungen ab.
Laut ersten Prognosen sicherte sich die AfD rund 44 Prozent der Stimmen, während die CDU auf 18,5 Prozent abstürzte. Weltweit ordnen Leitmedien die Tragweite dieses Ergebnisses für die deutsche Bundespolitik ein.
Großbritannien und USA: Fokus auf Merz und historische Zäsur
In Großbritannien sprach «The Telegraph» von einem Kurs auf einen überwältigenden Wahlsieg für die AfD. Die «Financial Times» bezeichnete das Ergebnis als Durchbruch für die Partei und schweren Rückschlag für das etablierte Parteiensystem.
Die BBC betonte, dass in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg keine Rechtsaußenpartei mehr die Kontrolle über ein Bundesland übernommen habe. «The Times» wertete den Ausgang als persönliche Demütigung für Bundeskanzler Friedrich Merz, dessen CDU ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2021 halbiert habe.
In den USA platzierte die «New York Times» das Geschehen im Live-Ticker prominent auf ihrer Startseite. Auch bei CNN stand die Wahl weit oben, während die «Washington Post» die Meldung im allgemeinen Weltnachrichtenblock einordnete.
Reaktionen in Italien, Frankreich und Westeuropa
Italienische Tageszeitungen wie «La Repubblica» und «La Stampa» berichteten über den Erfolg des lokalen AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und sprachen von einem Rekordergebnis für die Rechtsaußenpartei. Der «Corriere della Sera» begleitete den Abend mit einem Ticker.
Die französische «Le Monde» verwies darauf, dass Merz bei seinem Amtsantritt im Mai 2025 versprochen hatte, den Aufstieg der AfD einzudämmen. Die belgische «De Tijd» nannte steigende Energiepreise und die schwächelnde Wirtschaft als Haupttreiber des Wahlergebnisses.
Nachbarländer blicken auf wirtschaftliche und politische Folgen
Die niederländische Zeitung «de Volkskrant» analysierte die schwierige Regierungsbildung vor Ort. Das Blatt stellte heraus, dass CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze nun vor extrem komplizierten Koalitionsoptionen stehe.
In Polen widmete die «Rzeczpospolita» der Wahl einen Live-Ticker und warnte vor den Auswirkungen auf die Stabilität der Bundesregierung mit Blick auf anstehende Landtagswahlen. Das Portal «Onet» und die «Gazeta Wyborcza» fragten offen nach den Möglichkeiten einer Regierungsbildung.
Aus Tschechien kommentierte «Lidove noviny», dass Deutschland das Geld und die Zeit ausgingen und das bisherige Modell nicht mehr funktioniere. Skandinavische Medien wie NRK in Norwegen und «Dagens Nyheter» in Schweden strichen ebenfalls den historischen Charakter der Entwicklung seit 1945 heraus.
