AfD-Spitzenkandidat Siegmund: Drei-Stufen-Plan zur Machtübernahme
Spannende Geschichten
Ulrich Siegmund geht mit klaren strategischen Szenarien in den Wahlkampf.
Strategie statt Zufall: Siegmunds „Win-Win-Situation“
Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, hat seine strategischen Überlegungen für den Wahlausgang detailliert dargelegt. Im Podcast „ungeskripted“ mit dem Medienunternehmer Ben Berndt erläuterte er seinen „Plan B“ für den Fall, dass es bei der anstehenden Landtagswahl nicht sofort für eine absolute Mehrheit reicht.
Sollten sich die anderen im Landtag vertretenen Parteien gegen die AfD zusammenschließen, sieht Siegmund dies nicht als Niederlage. Sein Kalkül: „Dann machen wir es halt ein Jahr später mit 55 Prozent.“
Die Szenarien A, B und C
Siegmund verfolgt eine dreigliedrige Machtperspektive, die er als „Win-Win-Situation“ für seine Partei bewertet:
- Plan A: Ein direkter Wahlsieg mit absoluter Mehrheit.
- Plan B: Die Bildung einer instabilen „Bündnis-Regierung“ der Konkurrenz. Siegmund geht davon aus, dass eine solche Koalition scheitern würde, was der AfD bei der folgenden Wahl den entscheidenden Stimmenzuwachs bringen soll.
- Plan C: Sollte die CDU bei der Wahl schlecht abschneiden, könnten sich einzelne Abgeordnete der Fraktion bei der Wahl eines Ministerpräsidenten enthalten, um die AfD indirekt an die Macht zu bringen.
Der Vergleich mit Hamburg als historisches Vorbild
Zur Untermauerung seines „Plan B“ bemüht Siegmund das historische Beispiel aus Hamburg. Dort schlossen sich nach 1953 alle bürgerlichen Parteien zum „Hamburg-Block“ zusammen, um die SPD aus der Regierung zu drängen.

Nach vier Jahren zerstritt sich dieses Bündnis jedoch, was 1957 zu einem deutlichen Wahlsieg der SPD führte. Siegmund sieht darin eine Blaupause für seine Strategie: Wenn die „Schwächeren“ sich gegen den „Stärksten“ verbünden, wachse bei den Wählern die Sehnsucht nach einer stabilen Alleinregierung.
Schulzes schwierige Ausgangslage
Während Siegmund auf diese drei Szenarien setzt, steckt der amtierende Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) in einem „uphill battle“. Schulze stehen lediglich zwei Optionen zur Verfügung, die beide politisches Risiko bergen:
- Die „Sitzenbleiber-Variante“: Da die Landesverfassung keine Fristen für die Neuwahl eines Ministerpräsidenten vorsieht, könnte Schulze theoretisch im Amt bleiben, auch ohne Mehrheit.
- Die Zusammenarbeit mit linken Parteien oder dem BSW: Dies steht im Widerspruch zu parteiinternen Beschlüssen und der historischen Kontinuität zur SED-Nachfolgepartei, was das Bündnis politisch angreifbar macht.
Für Siegmund ist das Ergebnis der Debatte klar: „Egal, wie diese Wahl ausgeht: Wir können nur gewinnen als AfD.“ In drei Wochen wird sich zeigen, ob seine Macht-Erzählung die Wähler überzeugt oder ob die politische Realität in Sachsen-Anhalt andere Wege geht.
