AfD-Zulauf bei Sicherheitskräften: 42 Prozent der Polizisten skeptisch gegenüber Asylsuchenden
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Die politische Haltung innerhalb der deutschen Sicherheitsbehörden sorgt für Debatten.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) äußerte intern jüngst die Sorge, seine Partei verliere bei der Polizei massiv Rückhalt an die AfD. Als möglicher Grund stand Unzufriedenheit über verzögerte Besoldungsnachzahlungen im Raum. Gewerkschafter und Wissenschaftler sehen die Ursachen jedoch an ganz anderer Stelle.
Frust im Streifenwagen: Der Einfluss des Berufsalltags
Der Hauptgrund für politische Verschiebungen liegt laut Einschätzung der Gewerkschaften in den täglichen Erfahrungen der Beamten. Polizisten erleben die Kriminalität und eine wachsende Gewaltbereitschaft unmittelbar im Dienst.
„Oft reichen ihre gesetzlichen Befugnisse nicht aus, um Straftaten wirkungsvoll zu bekämpfen“, betont Heiko Teggatz, Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft. Weil den Einsatzkräften die Tätergruppen bekannt seien, verschiebe sich ihr politischer Fokus zwangsläufig auf Innenpolitik und Migration.
Genau dort setzt die Agenda der AfD an. Hermann Binkert vom Meinungsforschungsinstitut INSA erklärt dazu, dass die Partei besonders profitiert, je stärker Probleme rund um das Thema Migration öffentlich wahrgenommen werden.
Polizeibeamte bei einem Einsatz auf der Straße.
Was Studien über die Beamten verraten
Der Politikwissenschaftler Prof. Werner Patzelt verweist auf demoskopische Daten, nach denen Polizisten im Durchschnitt etwas weiter rechts verortet werden als der Bevölkerungsdurchschnitt. Sie seien berufsbedingt häufiger mit den negativen Begleiterscheinungen der Migrationspolitik konfrontiert.

Eine Untersuchung der Universität des Saarlandes untermauert dieses Muster: Sorgen über Migration erhöhen die Wahrscheinlichkeit, die AfD zu unterstützen – unabhängig von der individuellen wirtschaftlichen oder sozialen Lage.
Die Zahlen der Megavo-Erhebung
Konkrete Zahlen lieferte die 2024 veröffentlichte, vom Bundesinnenministerium geförderte Megavo-Studie zur Polizeiarbeit. Darin gaben 42 Prozent der befragten Polizisten an, Asylsuchenden gegenüber ablehnend eingestellt zu sein. Weitere 37 Prozent äußerten eine ambivalente Haltung.
Widerspruch gegen das Pauschalurteil
Die These, dass die Sicherheitsbehörden flächendeckend mit der AfD sympathisieren, stößt jedoch auf Widerspruch. Prof. Arne Schönbohm von der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sieht keine pauschale AfD-Affinität in den Behörden. In der Zusammenarbeit erlebe er stattdessen ein hohes professionelles Selbstverständnis und Distanz zu politischem Extremismus.
Manuel Ostermann von der Bundespolizeigewerkschaft hebt hervor, worauf es den Einsatzkräften vor allem ankommt: Die Beamten schätzen es, wenn ihnen kein Misstrauen entgegenschlägt, sondern die Politik ihre Interessen ernst nimmt und Zusagen verlässlich einhält.

