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Allspice im Alltag: Warum die getrocknete Karibik-Beere in Wurst, Ketchup und Lebkuchen steckt

Getrocknete Pimentbeeren und Gewürze Aktuelle News

Getrocknete Pimentbeeren zeichnen sich durch ein vielschichtiges Aroma aus.

Ob in Ketchup, industriell gefertigter Wurst oder Gewürzmischungen: Piment ist in zahlreichen Alltagsprodukten enthalten. Das auch als Nelkenpfeffer bekannte Gewürz besteht aus den unreifen, getrockneten Beeren des Pimentbaums, der vor allem auf Jamaika und im restlichen karibischen sowie südamerikanischen Raum wächst.

Da sein Geschmack gleichzeitig an Muskatnuss, Gewürznelken und Zimt erinnert, trägt er im Englischen die Bezeichnung „Allspice“.

Vom karibischen Jerk zur industriellen Fertigung

Auf Jamaika bildet Piment das Herzstück des traditionellen Jerk-Würzverfahrens. Diese Methode entwickelten geflohene Sklaven im 17. Jahrhundert gemeinsam mit den indigenen Taíno. Die klassische Jerk-Paste kombiniert Piment mit Chilis und regionalen Gewürzen.

Während Piment in europäischen Privathaushalten seltener gezielt zum Einsatz kommt, greift die Lebensmittelindustrie flächendeckend darauf zurück. Das Gewürz verfeinert unter anderem Fertigsaucen, Pickles, Marinaden und diverse Fleischwaren.

Auch die Einsatzmöglichkeiten in der eigenen Küche reichen von herzhaften Schmorgerichten, Wild und Fisch bis hin zu Lebkuchen, Desserts und Trendgetränken wie Pumpkin Spice Latte.

Allspice im Alltag: Warum die getrocknete Karibik-Beere in Wurst, Ketchup und Lebkuchen steckt

Die richtige Zubereitung in der Küche

Für ein optimales Aroma empfiehlt das Bundeszentrum für Ernährung, ganze Beeren zu kaufen und diese erst unmittelbar vor der Zubereitung zu mahlen oder zu mörsern. Auf diese Weise verflüchtigen sich die ätherischen Öle nicht vorzeitig.

Ganze Körner oder Pulver?

Der ideale Zeitpunkt für die Zugabe hängt von der Form des Gewürzes ab:

  • Ganze Beeren: Sie eignen sich für Suppen, Brühen, Eintöpfe und Schmorgerichte, da sie ihr Aroma nur langsam während des längeren Garprozesses an die Flüssigkeit abgeben.
  • Gemahlener Piment: Das Pulver entfaltet seine Würzkraft sofort und gehört daher erst gegen Ende der Garzeit an die Speisen oder direkt in Teigmischungen und Marinaden.

Piment besitzt eine hohe Würzkraft und überdeckt bei zu großzügiger Dosierung schnell andere Zutaten. Ganze Körner sollten vor dem Anrichten aus dem Topf entfernt werden, da sie beim Kauen extrem hart und bitter wirken.