Angela Merkel zur Brandmauer: Altkanzlerin distanziert sich bei Digital X in Köln
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Angela Merkel zur Brandmauer: Altkanzlerin distanziert sich bei Digital X in Köln
Auf der Digitalmesse „Digital X“ in Köln hat sich Altkanzlerin Angela Merkel überraschend vom Begriff der politischen „Brandmauer“ gegen die AfD distanziert.
„Ich habe das nicht erfunden, ich mag das auch nicht so“, erklärte die frühere Bundeskanzlerin auf der Bühne. Die demokratischen Parteien müssten die Fixierung auf die AfD beenden und den Fokus wieder auf die eigene Programmatik richten.
Forderung nach inhaltlicher Auseinandersetzung
Überzeugen lasse sich mit dem Begriff der Brandmauer nach Ansicht der Altkanzlerin ohnehin niemand mehr. Stattdessen müssten Parteien darlegen, was sie selbst für das Land erreichen wollen, und mit klaren Zielen werben.
Die Debatte gewinnt vor dem Hintergrund der jüngsten Wahlergebnisse zusätzliche Brisanz, nachdem die AfD in ostdeutschen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt erhebliche Stimmengewinne verzeichnete.
Markus Lanz und Sepp Müller im TV-Studio zur CDU-Lage nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
Reaktion auf das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt
Das Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt nannte Merkel „einfach schockierend“. Die Bundesrepublik erlebe derzeit einen tiefen historischen Einschnitt.
„Mir als CDU-Mitglied blutet das Herz“, betonte die 71-Jährige in Köln. Mit großer Sorge betrachte sie zudem, dass die AfD viele Wähler über rein emotionale Botschaften abseits verifizierbarer Fakten anspreche.
Reaktionen auf den Wahlerfolg der AfD in Sachsen-Anhalt.
Warnung vor zivilisatorischem Rückschritt
Wenn das reine Gefühl in politischen Debatten wichtiger werde als überprüfbare Fakten, stelle dies einen „zivilisatorischen Rückschritt“ dar, mahnte Merkel.
Kritiker verweisen jedoch darauf, dass gerade die politischen Weichenstellungen ihrer 16-jährigen Regierungszeit – insbesondere in der Asyl- und Migrationspolitik – maßgeblich zum Erstarken der AfD beigetragen haben.
Die Vorgeschichte der Abgrenzung
Merkels jetzige Distanzierung steht im direkten Widerspruch zu früheren Interventionen. Im Februar 2020 hatte sie die Wahl von Thomas Kemmerich zum Ministerpräsidenten in Thüringen mit Stimmen der AfD aus Südafrika als „unverzeihlich“ bezeichnet und gefordert, das Ergebnis rückgängig zu machen.
Auch im Januar 2025 kritisierte sie die eigene Bundestagsfraktion scharf, als diese einen Antrag zur Verschärfung der Migrationspolitik mit Stimmen der AfD durchsetzte.


