Zum Inhalt springen
On Air Festival

Ast auf dem Dach: Ab genau Windstärke 8 zahlt die Versicherung deinen Sturmschaden am Auto

Auto mit Sturmschaden durch einen herabgestürzten Ast auf der Windschutzscheibe Aktuelle News

Ein herabfallender Ast kann teure Dellen und Glasschäden hinterlassen.

Ein heftiges Unwetter zieht über das Land und am nächsten Morgen liegt ein schwerer Ast auf deiner Motorhaube. Für die Kostenübernahme gilt in Deutschland die magische Grenze von genau Windstärke 8 (mindestens 62 km/h), ab der deine Teilkaskoversicherung einspringt.

Viele Autofahrer fürchten in diesem Moment teure Werkstattrechnungen oder einen Verlust ihrer mühsam erarbeiteten Rabatte. Doch wer die richtigen Regeln kennt, bleibt nicht auf den Kosten sitzen.

Teilkasko oder Vollkasko: Welche Versicherung zahlt den Schaden?

Die reine Haftpflichtversicherung hilft dir bei Sturmschäden an deinem eigenen Wagen leider überhaupt nicht. Sie springt nur ein, wenn du mit deinem Fahrzeug anderen einen Schaden zufügst.

Hast du eine Teilkasko abgeschlossen, bist du ab der besagten Windstärke 8 auf der sicheren Seite. Sie übernimmt Reparaturkosten durch herumfliegende Dachziegel, Hagelkörner oder herabfallende Äste direkt.

Ein riesiger Vorteil der Teilkasko: Dein Schadenfreiheitsrabatt bleibt unangetastet. Dein monatlicher Beitrag steigt nach der Schadensmeldung also nicht an.

War der Wind schwächer als Windstärke 8, zahlt die Teilkasko meistens nicht. In diesem Fall greift nur eine Vollkaskoversicherung, bei der du allerdings eine Rückstufung deiner Schadenfreiheitsklasse riskierst.

Haftet eigentlich der Besitzer des Baumes?

Stand der Baum auf einem Privatgrundstück oder am städtischen Straßenrand, hoffen viele Betroffene auf die Haftpflicht des Eigentümers. Das funktioniert in der Praxis jedoch nur in ganz bestimmten Ausnahmefällen.

Stürzt ein nachweisbar gesunder Baum durch die Wucht einer Sturmböe um, gilt das rechtlich als höhere Gewalt. Der Eigentümer haftet in dieser Situation nicht.

Nur wenn der Besitzer seine sogenannte Verkehrssicherungspflicht grob vernachlässigt hat, muss er zahlen. Das ist etwa der Fall, wenn der Baum schon lange morsch oder sichtbar abgestorben war und trotzdem nicht gefällt wurde.

Welche Kosten musst du aus eigener Tasche zahlen?

Hast du beim Abschluss deiner Kaskoversicherung eine Selbstbeteiligung vereinbart, musst du diesen Betrag selbst übernehmen. In Deutschland liegt diese Summe bei der Teilkasko meist bei 150 Euro.

Übersteigen die Reparaturkosten den vereinbarten Eigenanteil, überweist die Versicherung die restliche Summe direkt an dich oder die Werkstatt.

Liegt ein wirtschaftlicher Totalschaden vor, ermittelt ein Gutachter den Wiederbeschaffungswert deines Wagens abzüglich des Restwerts.

Schritt-für-Schritt: So sicherst du dir dein Geld nach dem Sturm

  • Fotos machen: Fotografiere das Auto mitsamt dem herabgestürzten Ast oder Ziegelstein sofort aus mehreren Blickwinkeln, bevor du irgendetwas wegräumst.
  • Details festhalten: Notiere dir den genauen Zeitpunkt und den exakten Ort des Schadens, damit der Versicherer die Daten mit den Messwerten des Deutschen Wetterdienstes abgleichen kann.
  • Schaden sofort melden: Kontaktiere deine Versicherung unverzüglich, am besten noch am selben Tag über die Notfall-Hotline oder per App.
  • Fahrzeug sichern: Klebe zerbrochene Scheiben provisorisch mit einer Plane ab, damit kein Regenwasser den Innenraum zusätzlich zerstört.

Achtung Falle: Was passiert, wenn du gegen einen liegenden Baum fährst?

Hier lauert ein entscheidender Unterschied, den viele Fahrer nicht kennen: Fällt der Ast direkt während des Sturms auf dein Auto, ist es ein klassischer Teilkaskoschaden.

Liegt der Ast jedoch bereits auf der Straße und du fährst hinein, gilt das versicherungsrechtlich als Kollisionsunfall. Dafür kommt ausschließlich eine Vollkasko auf, da der Schaden durch das Fahrverhalten entstanden ist.

Fahre nach einer Sturmnacht daher besonders auf bewaldeten Strecken extrem vorausschauend und passe deine Geschwindigkeit an.