Aus nach 141 Jahren: Halberstädter Würstchen stellt Betrieb endgültig ein
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Das Traditionsunternehmen Halberstädter Konserven muss den Betrieb nach gescheiterter Sanierung einstellen.
Das Traditionsunternehmen Halberstädter Konserven GmbH (Halko) steht vor dem endgültigen Aus. Die Sanierungspläne für den Betrieb in Sachsen-Anhalt sind gescheitert, wodurch die verbliebenen Beschäftigten ihre Arbeitsplätze verlieren.
Bereits zu Beginn des Insolvenzverfahrens im Juni waren rund 150 Mitarbeiter von der Schieflage betroffen. Ein Teil des Personals hat sich in der Zwischenzeit beruflich umorientiert, für die restliche Belegschaft bedeutet der Schritt nun die Kündigung.
Sanierung scheitert an massivem Investitionsstau
Nach Angaben der Insolvenzverwaltung reichten die Rettungsmaßnahmen der vergangenen Jahre nicht aus, um den Betrieb wirtschaftlich stabil aufzustellen. Grundlegende Bedingungen für eine Fortführung konnten nicht erfüllt werden.
Obwohl Gläubiger dem Betrieb entgegenkamen, wog der enorme Investitionsrückstand am Standort zu schwer. Die Produktionsanlagen sowie die Immobilien fallen nun an die Eigentümerfamilie zurück.

Zahlungsverzug beim Insolvenzgeld
Die Situation der Beschäftigten bleibt angespannt. Viele von ihnen warten weiterhin auf ausstehende Gehälter für den Monat Mai, da die Bundesagentur für Arbeit die entsprechenden Gelder bislang nicht freigegeben hat.
Pionier der Wurstkonserve seit 1883
Das Unternehmen blickt auf eine lange Historie zurück. 1883 gegründet, entwickelte Friedrich Heine im Jahr 1896 das Verfahren für Würstchen in der Dose und machte das Produkt überregional bekannt.
Nach der Verstaatlichung zum VEB Halberstädter Fleischwaren im Jahr 1948 übernahm 1992 die Familie Nitsch das Werk. Wie es mit den Markenrechten an den bekannten „Halberstädter Würstchen“ künftig weitergeht, ist bislang nicht geklärt.
