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Aus nach über 140 Jahren: Halberstädter Würstchen stellt Betrieb endgültig ein – 150 Beschäftigte betroffen

Halberstädter Würstchen Traditionsbetrieb Aktuelle News

Der traditionsreiche Wursthersteller aus Sachsen-Anhalt muss seinen Betrieb endgültig einstellen.

Das endgültige Aus für die Halberstädter Konserven GmbH (Halko) ist besiegelt. Die Rettungs- und Sanierungspläne für den traditionsreichen Fleisch- und Wurstwarenhersteller aus Sachsen-Anhalt sind gescheitert.

Für die verbliebene Belegschaft bedeutet dieser Schritt den definitiven Verlust der Arbeitsplätze. Bereits zum Beginn des Insolvenzverfahrens im Juni waren rund 150 Angestellte von der Schieflage betroffen, von denen einige das Unternehmen bereits verlassen haben.

Sanierung scheitert an hohem Investitionsstau

Die Insolvenzverwaltung sah keine Basis mehr für eine Fortführung des Geschäftsbetriebs. Grundlegende Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Zukunft des Werks ließen sich nicht mehr schaffen.

Zwar zeigten sich Gläubiger zu Zugeständnissen bereit, doch reichten diese Schritte nicht aus. Der jahrelange Investitionsrückstand an den Produktionsanlagen und Gebäuden am Standort Halberstadt war zu groß.

Die Produktionsstätten und Immobilien gehen nun an die Eigentümerfamilie zurück. Was mit den Namensrechten und der bekannten Marke „Halberstädter Würstchen“ geschieht, ist derzeit noch offen.

Aus nach über 140 Jahren: Halberstädter Würstchen stellt Betrieb endgültig ein – 150 Beschäftigte betroffen

Mitarbeiter warten auf ausstehende Gehälter

Die finanzielle Lage trifft die Angestellten unmittelbar. Viele Beschäftigte warten weiterhin auf die ausstehenden Lohnzahlungen für den Monat Mai.

Die Bundesagentur für Arbeit hat das entsprechende Insolvenzgeld bislang nicht freigegeben, wodurch viele Betroffene vor akuten finanziellen Engpässen stehen.

Tradition seit 1883: Die Erfindung der Dosenwurst

Die Wurzeln des Unternehmens reichen bis in das Jahr 1883 zurück. Im Jahr 1896 erfand Gründer Friedrich Heine das Würstchen in der Konservendose und machte die Halberstädter Spezialität überregional bekannt.

Nach der Enteignung und Verstaatlichung 1948 firmierte der Betrieb in der DDR als VEB Halberstädter Fleischwaren. Im Jahr 1992 übernahm die Familie Nitsch das Unternehmen und führte die Produktion über drei Jahrzehnte lang fort.