Aus nach über 500 Jahren: Haldenhof in Isny wird ab Herbst 2027 abgerissen
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Aus nach über 500 Jahren: Haldenhof in Isny wird ab Herbst 2027 abgerissen
Das traditionsreiche Berggasthaus Haldenhof am Isnyer Alpenblickweg steht vor einer radikalen Zäsur. Statt der ursprünglich geplanten Sanierung soll das Gebäude ab Herbst 2027 komplett abgerissen und neu errichtet werden. Gleichzeitig sorgt ein schweres Zerwürfnis zwischen Eigentümer Michael Hetzer und Pächter Horst Dawin für das vorzeitige Ende einer langjährigen Ära.
Zerrüttetes Vertrauen und Streit um den Pachtvertrag
Noch im Vorjahr planten Eigentümer Michael Hetzer und Wirt Horst Dawin die Zukunft der beliebten Ausflugsgaststätte gemeinsam. Dawin sollte den Betrieb nach einem Umbau für mindestens zehn weitere Jahre führen. Mittlerweile gilt das Tischtuch zwischen beiden Parteien als zerschnitten.
Hetzer wirft dem Pächter vor, ihn monatelang hingehalten und einen unterschriftsreifen Pachtvertrag nicht unterzeichnet zu haben. Hintergrund soll laut Hetzer eine zwischenzeitliche Bewerbung Dawins für das Lokal „Grenze“ gewesen sein. Pächter Horst Dawin lehnte auf Anfrage eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.
Der bestehende Pachtvertrag läuft regulär bis Februar 2029. Hetzer strebt jedoch einen Ausstieg Dawins bis zum geplanten Baubeginn im Herbst 2027 an.
Gutachten erzwingen Totalabriss statt Sanierung
Entgegen früherer Pläne wird die historische Bausubstanz des Berggasthofs nicht erhalten bleiben. Mehrere Zimmerleute und Bausachverständige rieten Hetzer nach eingehender Prüfung von einer Renovierung ab.
Weder die Fassade noch der Wandaufbau oder die bestehenden Raumhöhen entsprechen modernen Standards. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht, fällt die Entscheidung zugunsten eines vollständigen Neubaus aus.
Neukonzeption mit Saal und Bio-Landwirtschaft
Der Neubau wird in zwei Abschnitten realisiert und leicht versetzt auf dem Grundstück platziert. Die äußere Gestaltung soll sich am vertrauten Erscheinungsbild des bisherigen Hofes orientieren.
- In den beiden Obergeschossen entstehen Ferienwohnungen.
- Das frühere Ökonomiegebäude nimmt Büros sowie einen Veranstaltungssaal für rund 100 Personen auf.
- Ein angrenzender Acker wird an einen Marktgärtner verpachtet, der Gemüse nach Demeter-Richtlinien für die Gastronomie anbaut.
Spätestens ab 2029 oder 2030 soll ein neuer Betreiber die Gastronomie übernehmen. Das Speiseangebot setzt künftig auf Bio-Zutaten und Fleisch aus ökologischer Erzeugung ohne Hinwendung zur gehobenen Spitzenküche.
Vom Bauernhof zur Allgäuer Institution seit 1499
Die Wurzeln des Anwesens reichen bis in das Jahr 1499 zurück. Nach jahrhundertelanger rein landwirtschaftlicher Nutzung startete 1960 nach dem Bau der nahegelegenen Kliniken ein einfacher Flaschenbierausschank.
Im Jahr 1972 endete der landwirtschaftliche Betrieb vollständig zugunsten der Gastwirtschaft. Ab 1998 baute die damalige Pächterin Erika Gaßner den Haldenhof schrittweise zu einem der bekanntesten Ausflugsziele der Region Isny aus.
