Badeverbot am Steinhuder Meer: Blaualgen stoppen Schwimmer auf 29 Quadratkilometern
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Das Steinhuder Meer nahe Hannover ist ein beliebtes Ziel für Wassersportler.
Das Gesundheitsamt der Region Hannover hat ein sofortiges Badeverbot für das Steinhuder Meer verhängt. Grund dafür sind massiv erhöhte Konzentrationen von Cyanobakterien, allgemein bekannt als Blaualgen.
Messungen der Behörden ergaben eine akute Gesundheitsgefährdung für Badegäste sowie eine stark verminderte Sichttiefe. Das Verbot gilt bis auf Weiteres für das gesamte Gewässer.
Das Steinhuder Meer nahe Hannover ist ein beliebtes Ausflugsziel für Wassersportler.
Gefahr durch Cyanobakterien für Mensch und Tier
Blaualgen können bei Hautkontakt oder versehentlichem Verschlucken erhebliche Beschwerden auslösen. Typische Symptome sind Hautreizungen, allergische Reaktionen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall.
Besondere Vorsicht gilt für Hundehalter. Trinken Hunde das mit Cyanobakterien belastete Seewasser, kann dies rasch zu lebensgefährlichen Vergiftungen führen.
Ein Befall lässt sich oft mit bloßem Auge erkennen. Charakteristisch sind eine bläulich-grüne Trübung des Wassers, Sichttiefen von unter einem Meter sowie sichtbare Schlieren oder Algenteppiche an den Uferkanten. Durch wechselnde Windrichtungen kann sich die Konzentration der Bakterien innerhalb kurzer Zeit lokal verschieben.
Weitere Badeverbote an den Ricklinger Teichen
Neben dem Steinhuder Meer sind auch Gewässer im Stadtgebiet von Hannover gesperrt. Das Badeverbot betrifft den Großen Ricklinger Teich (Ricklinger Bad) sowie den Ricklinger Siebenmeterteich.
Für den benachbarten Ricklinger Dreiecksteich galt bereits zuvor ein Verbot, welches weiterhin in Kraft bleibt. Hinweisschilder an den Uferbereichen informieren Besucher über die Sperrungen.
Kontrollen während der Badesaison
Die offizielle Badesaison in der Region Hannover erstreckt sich jährlich vom 15. Mai bis zum 15. September. In diesem Zeitraum entnimmt das Gesundheitsamt kontinuierlich Wasserproben an den ausgewiesenen Badestellen.
Tagesaktuelle Einstufungen der Wasserqualität und Informationen zu offenen Badestellen in ganz Niedersachsen sind über den behördlichen Bäderführer online abrufbar.
Flaches Gewässer mit regem Bootsverkehr
Mit einer Gesamtfläche von 29,1 Quadratkilometern ist das Steinhuder Meer der größte Binnensee Niedersachsens. Der See ist durchschnittlich nur 1,35 Meter tief, wodurch Schlamm leicht aufgewirbelt wird; lediglich eine Rinne namens „Deipen“ erreicht rund drei Meter Tiefe.
Das Gewässer gehört seit 1973 dem Land Niedersachsen und beherbergt in Häfen wie Steinhude, Mardorf und Hagenburg rund 3.000 Segelboote. Wassersport auf Booten und Brettern bleibt trotz der Sperrung für Schwimmer weiterhin möglich.

