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Belgien schickt Rasern Botschaften trauernder Eltern: Bei 1 von 3 tödlichen Unfällen war Tempo schuld

Belgien schickt Rasern Botschaften trauernder Eltern: Bei 1 von 3 tödlichen Unfällen war Tempo schuld Aktuelle News

Belgien schickt Rasern Botschaften trauernder Eltern: Bei 1 von 3 tödlichen Unfällen war Tempo schuld

Wer in Belgien wegen überhöhter Geschwindigkeit sanktioniert wird, zahlt nicht mehr nur ein Verwarngeld. Die Behörden konfrontieren Temposünder ab sofort unmittelbar mit den menschlichen Folgen ihrer Fahrweise.

Die belgische Justizministerin Annelies Verlinden stellte am Montag eine bundesweite Verkehrssicherheitsinitiative vor. Im Zentrum stehen persönliche Schicksale von Eltern, die ihre Kinder durch rücksichtslose Raser verloren haben.

Konfrontation direkt beim Bezahlvorgang

Wer sich auf dem Justizportal Just-on-web einloggt, um ein Knöllchen wegen überhöhter Geschwindigkeit zu begleichen, bekommt vorab ein Sensibilisierungsvideo eingespielt.

Zusätzlich enthalten die postalisch verschickten Bußgeldbescheide schriftliche Erfahrungsberichte von Hinterbliebenen. Großformatige Plakate mit den Aussagen zweier betroffener Mütter werden zudem in Dienststellen der Polizei sowie in Justizgebäuden platziert.

Kooperation von Justiz und Opferschutz

Getragen wird die Maßnahme von der Vereinigung der Eltern getöteter Verkehrsopfer (PEVR-SAVE), der belgischen Föderalen Polizei, dem Verkehrssicherheitsinstitut Vias sowie den Föderalen Öffentlichen Diensten für Justiz und Mobilität.

In Belgien steht jeder dritte tödliche Verkehrsunfall in direktem Zusammenhang mit nicht angepasster oder überhöhter Geschwindigkeit.

„Jede Entscheidung, die wir hinter dem Steuer treffen, entscheidet darüber, ob jemand sicher nach Hause kommt oder eine Familie einen unwiederbringlichen Verlust erleidet“, erklärte An Vandeborne, Direktorin von PEVR-SAVE.

1,2 Millionen Videoaufrufe

Justizministerin Annelies Verlinden betonte, es gehe bei dem Vorstoß nicht um das bloße Eintreiben von Geldern. Ziel sei es, Verhalten nachhaltig zu ändern und Leben zu schützen.

Das Konzept wurde erstmals 2025 in einer ersten Fassung erprobt. Innerhalb eines Jahres verzeichneten die behördlichen Sensibilisierungsvideos bereits 1,2 Millionen Abrufe durch ertappte Fahrer.