Belgrad: Großer Andrang vor Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić
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Belgrad: Großer Andrang vor Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić
In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben sich am Montagmorgen Hunderte Menschen versammelt, um dem verurteilten Kriegsverbrecher Ratko Mladić die letzte Ehre zu erweisen. Der frühere Militärchef der bosnischen Serben war Ende August im Alter von 84 Jahren in Den Haag gestorben, wo er eine lebenslange Haftstrafe verbüßte.
Menschen haben sich auf einer Brücke versammelt.
Bereits ab 7:00 Uhr strömten zahlreiche Anhänger in die serbisch-orthodoxe Kirche Sveti Luka. Viele küssten den geschlossenen Sarg, der von Militärangehörigen flankiert wurde, während Priester Totengebete sprachen.
Großaufgebot und Verherrlichung in den Straßen
Die Polizei riegelte die umliegenden Straßen ab, da der Andrang stetig zunahm. Unter den Anwesenden befanden sich zahlreiche serbische Kriegsveteranen sowie Personen in T-Shirts mit dem Konterfei Mladićs.
Menschen versammeln sich im Vorfeld der Beisetzung.
Über einer Straße in Kirchennähe wurde ein großes Banner mit nationalistischen Parolen angebracht. Anhänger reisten auch aus der Republika Srpska in Bosnien und Herzegowina an, um Mladić als „Nationalhelden“ zu würdigen.
Versammelte Personen auf einer Fußgängerbrücke.
Der mit serbischen Nationalflaggen bedeckte Leichnam war am Donnerstag mit einem Regierungsflugzeug nach Serbien überführt und am Flughafen mit militärischen Ehren empfangen worden. Junge Männer begleiteten den Konvoi mit Rauchfackeln, während uniformierte Polizisten am Straßenrand salutierten.
Scharfe internationale Kritik an den Ehren
Die öffentliche Würdigung Mladićs löst international scharfen Protest aus. EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos strich kurzfristig einen für den 9. September geplanten Besuch in Serbien und erklärte, die Verherrlichung stehe im Widerspruch zu den Grundwerten der Europäischen Union.
Menschenmenge bei der Zusammenkunft in Belgrad.
Denis Bećirović, das bosniakische Mitglied des dreiköpfigen Staatspräsidiums von Bosnien und Herzegowina, kritisierte den Vorgang scharf als Identifikation serbischer Spitzenpolitiker mit einem der schwersten Kriegsverbrecher der europäischen Geschichte.
Passanten und Trauernde auf einer Überführung.
Verurteilung wegen Völkermords in Srebrenica
Der Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 forderte rund 100.000 Menschenleben und vertrieb 2,2 Millionen Menschen. Mladić bildete damals zusammen mit Slobodan Milošević und Radovan Karadžić die militärische und politische Führung der serbischen Kriegspartei.
Menschenansammlung auf einer Fußgängerbrücke in Belgrad.
Nach 16 Jahren auf der Flucht wurde Mladić 2011 festgenommen. Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien verurteilte ihn 2021 letztinstanzlich zu lebenslanger Haft wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen.
Zuschauer beobachten das Geschehen von einer Brücke aus.
Das Gericht sah seine Schuld unter anderem am Massaker von Srebrenica im Juli 1995 als erwiesen an, bei dem rund 8.000 bosniakische Männer und Jungen ermordet wurden, sowie an der jahrelangen Belagerung Sarajewos.
Großaufgebot bei der Beisetzung
Mladićs Sohn Darko Mladić organisierte die Trauerfeierlichkeiten und betonte öffentlich, er sei stolz auf die Rolle seines Vaters. Bereits am Samstag hatten rund 300 Offiziere und Veteranen an einer militärischen Gedenkfeier in Belgrad teilgenommen.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić kündigte an, dass der Staat für einen geordneten Ablauf der Beerdigung sorgen werde. Er selbst nahm unter Verweis auf andere Termine nicht an den Feierlichkeiten teil.







