Bettwäsche-Hygiene: Warum selbst 8 Wochen ohne Waschen oft harmlos sind
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Regelmäßiges Lüften und Waschen bei 60 Grad hält das Bett frei von schädlichen Keimen.
Ein Mensch verbringt rund ein Drittel seines Lebens im Bett. Über Tage und Wochen sammeln sich dort Haare, Schweiß und winzige Hautschuppen – die Hauptnahrungsquelle für Hausstaubmilben.
Trotzdem besteht aus medizinischer Sicht selten Anlass zur Panik. Wie oft Decken, Kissen und Bezüge tatsächlich gereinigt werden müssen, richtet sich vor allem nach der individuellen Gesundheit.
Der Wasch-Rhythmus: Was Hygiene-Experten raten
Ein Wechsel der Bettwäsche alle ein bis zwei Wochen sorgt in erster Linie für persönliches Wohlbefinden. Aus rein mikrobiologischer Sicht ist dieser enge Rhythmus für gesunde Erwachsene jedoch keine Pflicht.
Selbst wenn die Bezüge zwei Monate auf dem Bett blieben, wäre das bei einem gesunden Menschen unbedenklich, erklärt Iris Chaberny, Leiterin des Instituts für Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Der Grund: Der Körper ist an die eigenen Bakterien gewöhnt.
Anders sieht es bei akuten Infektionen, offenen Wunden oder einer Hausstauballergie aus. In solchen Fällen sollten Betroffene die Bezüge deutlich häufiger wechseln, um Krankheitserreger und Allergene zu minimieren.
Waschtemperatur: 60 Grad reichen völlig aus
Lange Zeit galten 70 Grad Celsius als Richtwert, um Bakterien in Textilien zuverlässig abzutöten. Dank moderner Waschmittel und verbesserter Spülgänge moderner Waschmaschinen ist diese hohe Temperatur im Alltag meist nicht nötig.
Ein Waschgang bei 60 Grad Celsius genügt in der Regel, um die Keimbelastung auf ein völlig unbedenkliches Maß zu senken. Das menschliche Immunsystem benötigt ohnehin den Kontakt zu Umgebungserregern, um aktiv zu bleiben.

Kissen, Decken und die richtige Trocknung
Kissen und Bettdecken selbst müssen weitaus seltener in die Trommel als ihre Bezüge. Gesunde Menschen sollten Inlets etwa alle vier bis sechs Monate waschen – vorausgesetzt, die Pflegehinweise des Herstellers erlauben dies.
Entscheidender als ein extrem heißer Waschgang ist das vollständige Trocknen. Restfeuchtigkeit im Gewebe begünstigt Schimmelbildung und unangenehme Gerüche. Das Trocknen in der prallen Sonne nutzt zusätzlich die natürliche antibakterielle Wirkung von UV-Strahlung.
Effektiver Schutz vor Milben und Schimmel in der Matratze
Das Innere von Matratzen lässt sich nur schwer waschen. Während Latexkerne oder Wasserbetten Milben kaum Lebensraum bieten, empfiehlt sich bei Schaumstoffmatratzen die Nutzung eines waschbaren Toppers als Schutzbarriere.
Die Hygiene-Expertin rät dazu, Matratze und Topper regelmäßig gründlich abzusaugen. Von einer Nassreinigung mit Waschsaugern rät sie ab, da tief sitzende Nässe im Matratzenkern nur langsam trocknet und mikrobielles Wachstum fördert.
Um Feuchtigkeitsstau zu verhindern, sollte die Decke morgens nach dem Aufstehen direkt zurückgeschlagen werden, damit der während der Nacht entstandene Schweiß ungehindert verdunsten kann.
