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Bettwäsche waschen: Expertin erklärt, warum 60 Grad und 2 Monate kein Problem sind

Frisch bezogenes Bett mit Kissen und Bettdecke Aktuelle News

Für gesunde Erwachsene reicht das Waschen der Bettwäsche bei 60 Grad Celsius im Normalfall völlig aus.

Rund ein Drittel seines Lebens verbringt der Mensch im Bett. Dabei hinterlässt der Körper jede Nacht Spuren: Schweiß, Haare und winzige Hautschuppen sammeln sich in den Fasern und dienen Hausstaubmilben als Nahrungsquelle.

Bis zu zwei Monate: Warum selteneres Waschen nicht krank macht

Viele Menschen wechseln ihre Bettwäsche routinemäßig jede oder jede zweite Woche. Aus rein hygienischer Sicht ist dieser enge Rhythmus bei gesunden Erwachsenen jedoch kein Muss.

„Selbst wenn das Bettzeug zwei Monate drauf bliebe, wäre das bei einem gesunden Erwachsenen kein Problem“, erklärt Iris Chaberny, Leiterin des Instituts für Krankenhaus- und Umwelthygiene am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Der Körper ist an die eigenen Bakterien gewöhnt, weshalb von ihnen im Regelfall kein Gesundheitsrisiko ausgeht.

Ausnahmen: Wann kürzere Intervalle Pflicht sind

In bestimmten Situationen muss das Bettzeug deutlich öfter in die Maschine. Das gilt insbesondere für:

  • Allergiker: Bei einer Hausstaubmilbenallergie minimiert häufiges Waschen die Belastung durch Allergen-Kot.
  • Infektionen: Nach Durchfallerkrankungen oder fieberhaften Infekten sollten Bezüge sofort gewechselt werden.
  • Hautverletzungen: Bei offenen Wunden steigt das Risiko für bakterielle Sekundärinfektionen.
  • Haustiere im Bett: Hunde und Katzen bringen zusätzliche Haare und Erreger von draußen mit.

Kissen, Decken und die richtige Temperatur

Während Bezüge nach Bedarf gereinigt werden, reicht es bei Bettdecken und Kopfkissen meist aus, sie alle vier bis sechs Monate zu waschen. Ausnahmen gelten für starke Schwitzer oder die Sommermonate.

Ein Waschgang bei 70 Grad Celsius beseitigt Keime zuverlässig. Bei modernen Waschmitteln und Maschinen genügt im Alltag jedoch weniger Hitze: 60 Grad reichen aus, um die Erregerzahl so stark zu senken, dass keine Gefahr mehr besteht.

Empfindliche Naturmaterialien wie Seide oder Daunen müssen gemäß Pflegeetikett geschont werden. Für den menschlichen Organismus ist eine keimfreie Umgebung ohnehin nicht erforderlich, da der Kontakt mit alltäglichen Umweltbakterien das Immunsystem trainiert.

Bettwäsche waschen: Expertin erklärt, warum 60 Grad und 2 Monate kein Problem sind

Richtiges Trocknen schlägt Heißwäsche

Viel entscheidender als maximale Waschtemperaturen ist die vollständige Trocknung der Textilien. Restfeuchtigkeit bildet den optimalen Nährboden für Schimmelpilze und Geruchsbakterien.

Wer die Möglichkeit hat, trocknet Bettwaren idealerweise im Freien. Die natürliche UV-Strahlung des Sonnenlichts wirkt zusätzlich antibakteriell.

Matratzen vor Milben und Nässe schützen

In Wasserbetten oder Latexmatratzen finden Hausstaubmilben keinen Halt, weshalb hier ein oberflächliches Abwischen oder Absaugen ausreicht. Bei herkömmlichen Schaumstoffmatratzen empfiehlt sich ein waschbarer Matratzentopper.

Die Auflage dient als mechanische Barriere und hält Hautschuppen vom eigentlichen Matratzenkern fern. Chaberny rät dazu, die Matratze regelmäßig trocken abzusaugen, warnt jedoch vor Waschsaugern: Dringt Wasser tief in den Schaumstoff ein, trocknet das Material nur extrem langsam und schimmelt von innen heraus.

Nach dem Aufstehen sollte die Decke stets zurückgeschlagen werden, damit die über Nacht aufgenommene Körperfeuchtigkeit ungehindert an die Raumluft entweichen kann.