Bis zu 20 Millionen Euro teuer: Warum Leopard 2 und Abrams kaum noch an die Front rollen
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Ein Leopard-Panzer mit zusätzlichen Schutzgittern gegen Drohnenangriffe im Einsatzgebiet.
Die ukrainische Armee hält moderne westliche Kampfpanzer wie den deutschen Leopard 2, den US-amerikanischen M1 Abrams und den britischen Challenger 2 zunehmend von den direkten Gefechten fern. Wegen der massiven Gefahr aus der Luft stehen die millionenschweren Fahrzeuge meist tief im Hinterland.
Nach Berichten der „New York Times“ hält das ukrainische Militär die Panzer zwar weiterhin einsatzbereit, sucht angesichts der veränderten Frontlage jedoch nach neuen taktischen Einsatzmöglichkeiten.
Über 1000 Panzer geliefert: Der Wandel auf dem Schlachtfeld
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs im Jahr 2022 hat die Ukraine nach Daten der Rechercheplattform Oryx mehr als 1000 Panzer von internationalen Partnern erhalten. Rund 200 Exemplare davon entfallen auf moderne westliche Systeme, deren Stückpreis je nach Ausstattung zwischen 5 und 20 Millionen Euro liegt.
Zusätzlich erreichten tausende Schützenpanzer sowie gepanzerte Rad- und Kettenfahrzeuge für Transport und Logistik das Kriegsgebiet. Während diese Einheiten bei der Gegenoffensive 2023 und dem Vorstoß in die Region Kursk 2024 entscheidend mitwirkten, dominieren heute weitreichende Raketenangriffe, kleine Infanterietrupps und vor allem unbemannte Flugsysteme das Geschehen.
Technische Eckdaten des US-Panzers M1 Abrams
- Länge: 9,77 Meter (mit Kanone nach vorn), Wanne rund 7,93 Meter
- Breite: 3,66 Meter
- Höhe: 2,44 Meter (bis zum Turmdach)
- Gewicht: 63 bis 73 Tonnen (je nach Rüststand)
- Kosten: circa 9 bis 15 Millionen US-Dollar pro Fahrzeug
Dichte Drohnenüberwachung stoppt schwere Panzerverbände
Die extreme Dichte an Aufklärungs- und Kamikaze-Drohnen führt dazu, dass beide Kriegsparteien schwere Panzer kaum noch direkt an vorderster Linie vorrücken lassen. Selbst behelfsmäßig montierte Gitter, Metallkäfige und Zusatzpanzerungen bieten den Besatzungen oft keinen ausreichenden Schutz mehr.

Gepanzerte Vorstöße finden daher fast nur noch bei starkem Nebel, Regen oder Sturm statt, wenn die Sicht- und Flugbedingungen für Drohnen stark eingeschränkt sind. Meist beschränkt sich der Einsatz inzwischen darauf, liegengebliebene oder beschädigte Fahrzeuge zu bergen.
Ein Leopard-Panzer in der Ukraine mit einer Schutzvorrichtung gegen Drohnen.
Besatzungen wechseln an die Drohnensteuerung
Ein Großteil der westlichen Kampfpanzer bleibt vorerst in Wäldern oder Hallen verborgen. Unter Militärexperten und Soldaten wird diskutiert, ob erst neue Technologien wie automatisierte Nahbereichs-Abwehrsysteme oder autonome Bodenroboter den Panzern ihre alte Offensivkraft zurückgeben können.
In der Praxis orientieren sich viele Spezialisten bereits um. Ausgebildete Richtschützen und Panzerfahrer übernehmen vermehrt Aufgaben als Drohnenpiloten.
Ein ukrainischer Soldat mit dem Rufnamen Mechan brachte die Lage gegenüber der „New York Times“ auf den Punkt: „Wir benutzen Leopard als teures Bergungsfahrzeug, während der Panzer und die Besatzung in Lebensgefahr sind. Es hat mehr Sinn, uns zu Drohnenbedienern umschulen zu lassen.“

