Bis zu 20 Prozent Aufschlag: Blockade der Straße von Hormus treibt Gaspreise auf 10 Cent pro kWh
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Die Großhandelspreise für Erdgas ziehen infolge geopolitischer Blockaden wieder deutlich an.
Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus am Persischen Golf zeigt direkte Folgen auf dem deutschen Energiemarkt. Durch den verknappten globalen Zufluss an Öl und Gas gerät das Befüllen der hiesigen Gasspeicher ins Stocken.
Bleibt das aktuelle Niveau an den Handelsplätzen bestehen, drohen Verbrauchern spürbare Mehrkosten von bis zu 20 Prozent.
Neukunden zahlen hunderte Euro mehr
An den Großhandelsmärkten kletterte der Gaspreis zuletzt auf rund 66 Euro pro Megawattstunde. Das übersteigt sogar das Niveau vom Januar 2023, als die Megawattstunde bei rund 64 Euro notierte.
Im Endkundensegment schlägt die Entwicklung bereits durch. Nach Daten des Vergleichsportals Verivox verteuerten sich die günstigsten Angebote für Neukunden seit Anfang März von acht auf zehn Cent pro Kilowattstunde.
Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet dieser Sprung eine jährliche Mehrbelastung von 400 Euro.
Bestandskunden drohen Preiserhöhungen
Bestandskunden profitieren bisher noch von den günstigeren Einkaufskonditionen vergangener Monate. Diese Schonfrist ist jedoch zeitlich begrenzt.
„Sollte das aktuelle Preisniveau der Großhandelspreise jedoch noch länger bestehen bleiben, sind früher oder später auch für Bestandskunden Preiserhöhungen zwischen zehn und 20 Prozent zu erwarten“, erklärt Verivox-Energiemarktexperte Thorsten Storck.

Strategien beim Vertragsabschluss
Wer aktuell einen neuen Gasvertrag benötigt, steht vor einer strategischen Entscheidung. Ein schneller Abschluss sichert die derzeitigen Tarife gegen weitere Preisspitzen im kommenden Winter ab.
Sollte sich der Konflikt am Persischen Golf hingegen zeitnah entspannen und die Seeroute freigegeben werden, dürften die Großhandelspreise rasch sinken. Lange Laufzeiten würden Kunden dann an das höhere Preisniveau binden.
Tarife mit einer Preisgarantie über zwölf Monate bieten einen Mittelweg. 24-monatige Verträge sind aufgrund der Risikoabsicherung der Versorger meist etwas teurer, bieten dafür aber längere Planungssicherheit.
Unterschiede bei den Preisgarantien
Bei der Tarifwahl ist die Ausgestaltung der Garantie entscheidend. Der Endpreis setzt sich aus drei Hauptblöcken zusammen:
- Beschaffungs- und Vertriebskosten
- Netzentgelte der regionalen Betreiber
- Staatliche Steuern, Abgaben und Umlagen
Eine eingeschränkte Preisgarantie deckt in der Regel nur Beschaffung, Vertrieb und Netzentgelte ab. Steigen Steuern oder Umlagen, können Versorger diese Kosten direkt weiterreichen.
Volle Preisgarantien schützen auch davor, enthalten jedoch gesetzliche Klauseln für extreme Marktkrisen. Dieses Sonderanpassungsrecht kam allerdings selbst auf dem Höhepunkt der Energiekrise 2022 nicht zur Anwendung.
