Bis zu 259.000 Euro Verlust: Neue Betrugsmasche über Microsoft Teams aufgedeckt
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Microsoft Teams wird von Cyberkriminellen für gezielte Anlage- und Liebesbetrügereien missbraucht.
Kriminelle nutzen die geschäftliche Plattform Microsoft Teams zunehmend für Love- und Krypto-Scamming. Wie das US-Magazin Wired berichtet, verlor eine Frau namens Zhao aus Peking auf diese Weise mehr als 100.000 US-Dollar (rund 86.200 Euro) an einen Betrüger, der sich als Microsoft-Mitarbeiter ausgab.
Perfide Kontroll-Taktik über manipulierte Firmenkonten
Der Täter knüpfte den Erstkontakt über die chinesische Plattform Xiaohongshu an und verlagerte die Kommunikation anschließend auf Microsoft Teams. Dafür stellte er Zhao direkt Zugangsdaten zu einem von ihm kontrollierten Konto zur Verfügung.
Durch das Vertrauen in die bekannte Software schöpfte die Frau keinen Verdacht. Auf der Plattform baute der Betrüger emotionale Nähe auf und überredete sie zu hohen Investitionen in ein gefälschtes Krypto-Projekt, wofür Zhao sogar Bankkredite aufnahm.
Die Kommunikationsplattform Microsoft Teams
Sobald das Geld überwiesen war, brach der Kontakt ab. Da die Täter die eingerichteten Konten nach der Tat administrativ sperren, verlor das Opfer jeglichen Zugriff auf die Chatprotokolle und damit auf zentrale Beweismittel.
Verluste von bis zu 259.000 Euro pro Opfer
Nachdem Zhao ihren Fall in den sozialen Medien publik gemacht hatte, meldeten sich Dutzende weitere Geschädigte. Die finanziellen Schäden der Betroffenen reichten von 1.300 Euro bis zu rund 259.000 Euro (1.500 bis 300.000 US-Dollar).

Microsoft ergreift Gegenmaßnahmen
Microsoft reagierte auf die Betrugswelle mit Sicherheitsanpassungen. In den mobilen Teams-Apps für iOS und Android in China warnt ein standardmäßig aktiviertes Banner davor, Fremden vertrauliche Daten oder Bildschirminhalte freizugeben.
Zusätzlich stellte der Konzern die kostenfreie Privatversion von Teams in China zum 17. August ein. Die Business-Variante bleibt weiterhin bestehen.
Typische Warnzeichen bei Love-Scamming
Auch die Verbraucherzentrale in Deutschland warnt vor solchen Methoden, bei denen Betrüger über Monate hinweg gefälschte Beziehungen aufbauen, um Geldüberweisungen oder Investitionen zu fordern. Ein besonders schneller Beziehungsaufbau und plötzliche finanzielle Notlagen oder lukrative Anlagetipps gelten als deutliche Warnsignale.
Betroffene sollten im Verdachtsfall unverzüglich ihre Bank informieren, sämtliche Chatverläufe und Zahlungsbelege sichern und Anzeige bei der Polizei erstatten. Auch ein Videoanruf bietet keine Garantie für die Seriosität eines Online-Kontakts.

