Bis zu 40 Euro pro 100 Kilo: Warum Pommes jetzt teurer und kürzer werden
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Bis zu 40 Euro pro 100 Kilo: Warum Pommes jetzt teurer und kürzer werden
Verbraucher in Deutschland müssen sich bei Pommes frites auf höhere Preise und veränderte Portionen einstellen. Wegen Hitze und anhaltender Trockenheit fällt die diesjährige Kartoffelernte deutlich kleiner aus als im Vorjahr, zudem erreichen viele Knollen nicht die gewohnte Größe.
Für die Herstellung langer Pommes benötigen Verarbeiter zwingend große, längliche Kartoffeln. Bleiben die Knollen klein, fallen zwangsläufig auch die Fritten am Imbiss und im Tiefkühlregal kürzer aus.
Hitze stoppt das Wachstum auf den Feldern
„Die dicken Knollen fehlen“, erklärt Ariane Weiß, Geschäftsführerin des sächsischen Kartoffelverbandes. Hohe Temperaturen belasten die Pflanzen massiv: Ab Werten von über 30 Grad stellen Kartoffelpflanzen ihr Wachstum ein, bei längeren Hitzewellen sterben sie vorzeitig ab.
Zwei Kartoffeln auf einem unbewässerten Feld bei Linnich in Nordrhein-Westfalen.
Die Knappheit spiegelt sich direkt in den Erzeugerpreisen wider. Für frühe festkochende Speisekartoffeln erhalten Landwirte je nach Region aktuell zwischen 35 und knapp 40 Euro pro 100 Kilogramm. Das entspricht einem Anstieg von 10 bis 15 Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Industrie sucht händeringend nach Rohware
Nach einem Überangebot im vergangenen Jahr hat sich die Lage am Markt komplett gedreht. Hersteller von Pommes frites, Chips und weiteren Fertigprodukten suchen laut dem Branchenportal „Agrar heute“ verstärkt nach verwertbarer Ware.
Flächenreduktion verstärkt den Mangel
Neben den Witterungsbedingungen sorgt auch das Verhalten der Erzeuger für ein geringeres Angebot. Nach dem Preisverfall des Vorjahres schränkten viele Landwirte ihren Anbau ein: Allein in Sachsen ging die Kartoffelanbaufläche um mehr als 16 Prozent zurück.
Kostenbelastung für Hersteller und Verbraucher steigt
Die Verteuerung des Hauptrohstoffs trifft auf ein ohnehin angespanntes Preisumfeld. Bei einer allgemeinen Inflationsrate von 2,9 Prozent im August sorgen weiterhin hohe Energie- und Transportkosten für zusätzlichen Kostendruck in der Lebensmittelverarbeitung.
Da auch in weiteren europäischen Anbauländern schwächere Erträge verzeichnet werden, bleibt das Rohstoffangebot international begrenzt. In welchem Umfang die höheren Beschaffungskosten an den Kassen im Handel und in der Gastronomie ankommen, hängt von den laufenden Verhandlungen zwischen Herstellern und Händlern ab.

