Bis zu 50 Prozent schneller: Warum ein Teelöffel Natron Linsen und Bohnen in Rekordzeit gart
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Blick in einen großen Kochtopf mit heißem Linseneintopf.
Getrocknete Bohnen, Kichererbsen und Linsen gelten als gesunde Proteinlieferanten, verlangen in der Zubereitung jedoch meist viel Geduld. Ein einfacher Zusatz im Wasser kann die Zubereitungszeit drastisch verkürzen: Gewöhnliches Natron (Natriumhydrogencarbonat) sorgt dafür, dass Hülsenfrüchte deutlich schneller gar werden.
Blick in einen großen Kochtopf mit heißem Linseneintopf.
Pektin-Abbau halbiert die Garzeit
Die zelluläre Stabilität von Hülsenfrüchten basiert maßgeblich auf Pektin. Natron erhöht den pH-Wert des Wassers und sorgt in diesem basischen Milieu dafür, dass sich das Pektin wesentlich schneller löst.
Dadurch dringt das Kochwasser rascher in das Innere von Bohnen und Linsen ein. Eine Untersuchung zeigte, dass sich die reine Kochzeit allein durch die Zugabe von Natron um rund 30 Minuten reduzieren lässt. Weitere wissenschaftliche Daten belegen sogar eine Verkürzung der Gardauer um bis zu 50 Prozent.
Zusätzlich verbessert das Pulver die Nährstoffaufnahme: Eine Studie aus dem Jahr 2019 stellte am Beispiel der Ackerbohne fest, dass Natron die Verdaulichkeit der enthaltenen pflanzlichen Proteine messbar steigert.
Die richtige Dosierung beim Einweichen und Kochen
Um das beste Ergebnis zu erzielen, kommt das Pulver bereits beim Einweichen zum Einsatz. Für eine Portion von 250 Gramm getrockneten Linsen oder Bohnen gilt folgende Anleitung:
- Einweichen: Die Hülsenfrüchte in zwei Liter Wasser mit einem gestrichenen Teelöffel Natron für mindestens acht Stunden oder über Nacht ziehen lassen.
- Abspülen: Das Einweichwasser vollständig abgießen und die Bohnen kurz mit klarem Wasser abbrausen.
- Kochen: Die Hülsenfrüchte erneut mit zwei Litern frischem Wasser und einem weiteren gestrichenen Teelöffel Natron aufsetzen und weichkochen.
Wichtige Regeln für den Kochvorgang
Durch die chemische Reaktion schäumt das Kochwasser stärker als gewohnt auf. Der Topfdeckel sollte daher leicht geöffnet bleiben, um ein Überkochen zu verhindern.
Zudem zerfallen Hülsenfrüchte durch die gelösten Zellwände etwas schneller in Hälften, wie eine Studie von Munthali et al. (2022) bestätigt. Wer für Salate eine sehr feste Struktur wünscht, sollte die Garzeit genau überwachen.
Säuren bewirken das genaue Gegenteil von Natron: Zutaten wie Essig, Zitronensaft oder Tomatensauce verlangsamen den Garprozess extrem. Sie dürfen erst hinzugefügt werden, wenn die Bohnen oder Linsen bereits vollständig weich sind.
Weitere Einsatzmöglichkeiten am Herd
Das basische Triebmittel erfüllt in der Küche noch weitere Zwecke. Eine Messerspitze Natron im Kochwasser sorgt bei grünem Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Bohnen für einen dauerhaft kräftigen Grünton.
Laut der britischen Royal Society of Chemistry (RSC) verhindert das alkalische Wasser, dass Magnesiumionen aus dem Chlorophyll herausgelöst werden. Das Gemüse vergraut dadurch nicht.
Auch beim Kochen von Kohlgemüse mildert eine Prise Natron den strengen Geruch und macht das Gericht bekömmlicher. Im Teewasser neutralisiert es störende Härtebildner für einen weicheren Geschmack. Bei gekochten Eiern erleichtert ein Teelöffel Natron im Wasser das spätere Pellen, da es die äußere Schalenstruktur leicht angreift.

