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Bis zu 55 Liter Regen und Orkanböen: Kaltfront trifft den Norden Deutschlands am Freitag

Verhaltenstipps bei Gewitter Aktuelle News

Verhaltenstipps bei Gewitter und Unwetterlagen.

Deutschland steht am Freitag vor einer ausgeprägten Zweiteilung des Wetters. Während ein stabiles Hoch dem Süden ruhige und freundliche Bedingungen beschert, zieht über den Norden eine dynamische Kaltfront hinweg.

Gesteuert wird diese Entwicklung durch ein kräftiges Tief über Nordeuropa und einen stark ausgeprägten Jetstream. Das Starkwindband lenkt energiereiche Luftmassen direkt nach Norddeutschland und steigert das Unwetterrisiko unmittelbar vor dem Wochenende deutlich.

Starke Druckunterschiede treiben den Jetstream an

Die Ursache für die brisante Lage liegt in seltenen Gegensätzen bei Luftdruck, Feuchtigkeit und Windverhältnissen für den Spätsommer. Ein Hoch über Spanien und Südfrankreich steht einem massiven Tiefdruckkomplex über Nordeuropa gegenüber.

Der daraus resultierende, steile Druckgradient beschleunigt den Jetstream in den höheren Luftschichten. Beim Durchzug der Kaltfront mischen sich diese enormen Windgeschwindigkeiten bis in bodennahe Schichten herab.

Gefahr von orkanartigen Böen an den Küsten

Der Wind dreht im Tagesverlauf auf Nordwest und frischt spürbar auf. Mit der direkten Frontpassage drohen vor allem an der Nordseeküste sowie in freien Lagen schwere Sturmböen, vereinzelt sind auch orkanartige Böen möglich.

In den betroffenen Regionen besteht erhöhte Gefahr durch umstürzende Bäume und herabfallende Äste. Parks, Wälder und baumbestandene Wege sollten während der stürmischsten Phase gemieden werden.

Bis zu 55 Liter Regen und Orkanböen: Kaltfront trifft den Norden Deutschlands am Freitag

Bis zu 55 Liter Regen pro Quadratmeter

Zusätzlich führt die herangeführte Luftmasse extrem viel Feuchtigkeit mit sich. Über die Benelux-Staaten strömt Luft mit hohem Wasserdampfgehalt direkt in den Norden und Nordosten Deutschlands.

Die aktuellen Modellrechnungen prognostizieren von Niedersachsen über Mecklenburg-Vorpommern bis in das nördliche Brandenburg verbreitet Niederschlagsmengen um 45 Liter pro Quadratmeter. Lokal können die Werte im Starkregen sogar auf bis zu 55 Liter pro Quadratmeter klettern.

Verhaltenstipps bei Gewitter
Verhaltenstipps bei Gewitter

Windscherung begünstigt rotierende Gewitterzellen

Trotz zunächst mäßiger atmosphärischer Instabilität sind kräftige Gewitter wahrscheinlich. Verantwortlich dafür ist eine ausgeprägte Windscherung, bei der sich Windrichtung und -stärke mit zunehmender Höhe drastisch verändern.

Diese Bedingungen ermöglichen es Schauern und Gewittern, sich zu organisieren und im Einzelfall zu rotieren. Sollte die Luftschichtung kurzfristig labiler ausfallen als berechnet, steigt entlang der Front das Risiko für vereinzelte Tornados an.

Zugbahn und Schwerpunkte noch mit Unsicherheiten

Die Wettermodelle sind sich über den groben Ablauf einig, Details zur exakten Zugbahn des Tiefs variieren jedoch noch. Geringe Abweichungen in der Route können regional darüber entscheiden, ob es bei normalem Dauerregen bleibt oder schwere Überflutungen und Windschäden auftreten.