Bis zu 8.000 Euro Schaden: Schlamm im Diesel legt Dutzende Fahrzeuge lahm
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Verunreinigter Dieselkraftstoff kann massive Schäden an Einspritzanlagen und Pumpen verursachen.
Nach einem Tankstopp im französischen Périgueux blieben zahlreiche Fahrzeuge kurz nach dem Verlassen des Geländes mit Motorschäden liegen. An einer Tankstelle der Supermarktkette Leclerc hatten Fahrer ein unbrauchbares Gemisch getankt, das die Motoren lahmlegte.
Betroffene berichteten, dass die Motorleistung schlagartig einbrach. In Werkstätten stellten Mechaniker fest, dass sich in den Fahrzeugtanks kein reiner Diesel, sondern eine schlammige Flüssigkeit befand.
Schäden von bis zu 8.000 Euro pro Fahrzeug
Das kontaminierte Gemisch zerstörte bei den betroffenen Autos vor allem die Einspritzdüsen und Hochdruckpumpen. Die Reparaturkosten pro Fahrzeug liegen zwischen 4.000 und 8.000 Euro.
Hinzu kommen erhebliche Zusatzkosten für Abschleppdienste und Leihwagen, auf denen die Autofahrer vorerst sitzen bleiben.
Eine Tankstelle des französischen Supermarktkonzerns Leclerc.
Der Betreiber erklärte den Vorfall mit schweren Regenfällen im Juli. Das Wasser sei durch Undichtigkeiten in die unterirdischen Erdtanks gelangt und habe sich mit dem Kraftstoff vermischt.
Obwohl die Mängel an den Tanks behoben wurden, warten viele Geschädigte weiterhin auf Entschädigungen. In einer Facebook-Gruppe organisieren sich mittlerweile knapp 100 Betroffene, um rechtlichen Druck aufzubauen.
Verunreinigter Kraftstoff auch an deutschen Tankstellen
Wassereinbrüche und Lecks in Tankstellenanlagen sind kein rein französisches Phänomen. Im Sommer 2025 tankten mehrere Autofahrer an einer Globus-Tankstelle im thüringischen Weimarer Land massiv verwässerten Diesel.

Ursache war dort ein Schaden an den Leitungen. Nach rund 250 Kilometern Fahrt fielen die Motoren komplett aus, was Reparaturkosten zwischen 8.000 und 20.000 Euro pro Fall zur Folge hatte.
Ein Behältnis mit bräunlich verfärbtem, kontaminiertem Kraftstoff.
Erst nachdem sich Geschädigte zusammenschlossen und juristische Schritte einleiteten, übernahm die Versicherung des Tankstellenbetreibers die entstandenen Kosten vollständig.
Regeln bei Fehlbetankung und Kraftstoffproblemen
Liegt die Schuld beim Tankstellenbetreiber, haftet dessen Betriebshaftpflichtversicherung für den Schaden. Wer hingegen selbst die falsche Zapfpistole wählt, zahlt den Schaden in der Regel aus eigener Tasche.
Der ADAC rät bei jedem Verdacht auf falschen oder verunreinigten Kraftstoff:
- Motor sofort auslassen: Nicht starten und auch die Zündung nicht einschalten. Bei vielen Fahrzeugen aktiviert bereits das Öffnen der Fahrertür die Vorförderpumpe.
- Benzin im Diesel: Benzin wäscht den lebenswichtigen Schmierfilm im Dieselsystem ab. Hochdruckpumpe und Injektoren fressen sich innerhalb kürzester Zeit fest.
- AdBlue im Dieseltank: Die Harnstofflösung wirkt extrem korrosiv und zerstört Leitungen sowie Einspritzkomponenten komplett.
Sollte verunreinigter Treibstoff in den Tank gelangt sein, muss das Kraftstoffsystem vor dem nächsten Starten vollständig abgepumpt und gereinigt werden. Quittungen und Tankbelege dienen Betroffenen als unverzichtbarer Nachweis für Schadenersatzansprüche.


